az Logo
Bad Bevensen
0 km

Hunderassen

Schipperke Rasseportrait: Charakter, Aussehen und Zucht

Kurzinfo:

Ursprungsland Belgien, Niederlande
Fellfarben Schwarz, Schokolade, Creme, Aprikose, Blau, Schwarz
und Braun (einfarbig schwarz mit oftmals farbiger Unterwolle)
Lebenserwartung 13 - 18 Jahre
Gewicht 3 bis 9 kg
Widerristhöhe Rüden: 28 - 33 cm, Hündinnen: 25 - 30 cm
Besonderheiten Treu, mutig und tapfer
FCI-Standard FCI Gruppe 1: Hüte- und Treibhunde
Schipperke Der Schipperke ist treu, mutig und tapfer.

Wie sind das Wesen und der Charakter des Hundes?

Schipperke als Wachhund

Der Schipperke ist in der Lage, gut zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Bei Fremden ist der sonst lebhafte und aufgeweckte Hund zurückhaltend, misstrauisch bis abweisend und kündigt sie durch Bellen mit seiner hellen, durchdringenden Stimme an. Letzteres kann bei einer Wohnungshaltung ein Nachteil sein. Der verlässliche Vierbeiner eignet sich ansonsten sehr gut als Wachhund, der alles verteidigt, was ihm lieb ist. Dazu wurde er einst auch gezüchtet.

Ist er für Familien geeignet?

In erster Linie ist er ein idealer Familien- und Begleithund. Der anpassungsfähige Schipperke ist ein freundlicher Spielgefährte, der Kindern gegenüber für gewöhnlich überaus sanft und allgemein im Umfeld der Familie sehr anhänglich ist und seine Nähe sucht.

Wie viel Bewegung benötigt der Schipperke?

Der Schipperke benötigt viel Bewegung und ist somit für aktive Menschen die ideale Rasse. Er eignet sich für Hundesportarten wie Agility und kann zudem zum Rettungs- oder Fährtensuchhund ausgebildet werden. Stubenhocker oder Menschen, die in der Mobilität eingeschränkt sind, sollten sich nicht für den agilen und leistungsbereiten Schipperke entscheiden. Ansonsten ist er einfach zu erziehen.

Körperbau und Aussehen

Schipperke Der Schipperke ist ein idealer Familienhund.

Mit 25 bis 33 Zentimetern Widerristhöhe gehören die Schipperkes körperlich eher zu den kleinen Hunden. Die Körperlänge und Schulterhöhe sind annähernd gleich, sodass er quadratisch wirkt. Der harmonische Körper ist kurz, eher breit und gedrungen. Mit dem kurzen, geraden Rücken und dem breiten, relativ langen Hals ist er kräftig gebaut. Das Gewicht beträgt gewöhnlich zwischen drei und neun Kilogramm.

Charakteristisch ist das besondere, gerade, glänzende Haarkleid , das aus dichtem, festem Deckhaar und dicker, weicher Unterwolle besteht. Es kann in verschiedenen Längen vorkommen. Am Kopf und an den Beinen sind die Haare kurz und am Körper etwas länger. Der Hals, die Brust und Schultern tragen eine langhaarige, buschige Krause. Das Deckhaar ist in der Regel schwarz, während bei der Unterwolle auch braun-, beige- und grauschwarze Töne vorkommen können.

Die hoch angesetzte Rute ist oftmals etwas geringelt, in Ruhestellung meistens herabhängend. Der keilförmige Kopf ähnelt dem eines Fuchses. Die Augen des Vierbeiners sind klein, dunkelbraun und mandelförmig, die Ohren hoch angesetzt, dreieckig und gut beweglich. Die Stirn ist breit und der Fang ist recht kurz.

Fellpflege des Schipperke

Aufgrund der Fellstruktur bedarf der Vierbeiner kaum einer aufwendigen Hundepflege. Dank des dichten Fells ist er im Freien gegenüber Kälte unempfindlich und wetterfest. Die Pflege ist unkompliziert. Der Schipperke verliert kaum Haare und neigt nicht zum Verfilzen. Daher genügt es, wenn Du ihn ab und an bürstest. Viele Schipperkes werfen jedoch einmal jährlich innerhalb weniger Tage die gesamte Unterwolle ab, sodass dann eine größere Fellpflege erforderlich ist. Nach einigen Wochen wächst das ausgedünnte Haar wieder nach. Die dichte Unterwolle schützt ansonsten wunderbar vor Kälte und Wind. Ist er einmal sehr verschmutzt, darfst Du den Schipperke auch baden, allerdings nur mit Wasser.

Gesundheit des Schipperkes

Schipperke liegt in Blättern Dank seines Fells ist der Schipperke im Freien unempfindlich.

Mit Krankheiten hat die robuste Rasse kaum zu kämpfen. Lediglich das teilweise gehäufte Auftreten der Mukopolysaccharidose III, bei der es sich um eine Erbkrankheit handelt, sollte nicht unerwähnt bleiben. Außerdem solltest Du Dir keinen Schipperke ohne Schwanz nach Hause holen. Denn wenn dieser Gendefekt von beiden Elternteilen weitervererbt wird, führt es zum Tod. Diese Hunde haben mit durchschnittlich 13 bis 15 Jahren eine hohe Lebenserwartung.

Zuchtgeschichte des Schipperke

Obwohl der Schipperke im 19. Jahrhundert einer der beliebtesten Haushunde in Belgien war, ging die Zucht während des zweiten Weltkrieges stark zurück. Es gab im Heimatland nach Kriegsende nur drei namhafte Züchter, die allerdings Probleme mit dem Verkauf hatten, da der Pudel boomte. Schipperke-Liebhaber machten die Rasse jedoch in England und Amerika sehr beliebt, sodass es wieder einen Aufschwung gab. Heutzutage wird der Schipperke in vielen verschiedenen Ländern gezüchtet, auch in Deutschland. Die Chance auf einen reinrassigen Schipperke ist aber eher gering.

Beschreibung (analog VDH)

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) legt bestimmte Regeln für die Hundezucht fest. Unter anderem sind in diesen Regeln das Aussehen, Körpergewicht und Fell definiert.

 

Allgemein  

Größe zwischen 22 und 33 cm und Gewicht von vier bis sieben Kilogramm gewünscht

Kopf  

Wolfartig, keilförmig, breit genug, jedoch nicht zu lang, harmonisch zum Körper passend, vom Oberkopf zur Gesichtsregion sichtbarer Übergang, darf allerdings nicht sehr betont sein, breite Stirn, die sich zu den Augen verjüngt, oberer Schädel und Fanglinie parallel, betonter Stop, aber nicht übertrieben, dunkelbraune und mandelförmige Augen

Hals  

Kräftig und aufgrund des dicken Fells des Kragens sehr muskulös, gut abgesetzt und bei Aufmerksamkeit aufgerichtet, leicht gebogene obere Linie.

Körper Allgemein Harmonisch, kurz, relativ breit und gedrungen, idealerweise quadratisch im Profil, Widerrist sehr betont, Rücken kurz und gerade, lange und schräge Schultern, Fang kürzer und spitzer
Lendenpartie Lenden kurz und breit
Rute  

Hoch angesetzt, häufig etwas geringelt, eingerollte Rute geduldet, aber nicht erwünscht, in Ruhestellung meist herabhängend, kräftig an der Basis, verjüngend zur Spitze, mindestens zum Sprunggelenk

Pfoten  

Vorderen Gliedmaßen von allen Seiten gesehen gerade und von vorn perfekt parallel, Unterarm gerade und von vorn gesehen relativ auseinander, Vorderfußwurzelgelenk gut eingefügt und fest, Vordermittelfuß ziemlich kurz, Vorderpfoten klein, eng und rund, gewölbte Zehe, kurze Nägel, Hintermittelfuß eher kurz, Afterkrallen unerwünscht, Hinterpfoten wie Vorderfüße oder minimal länger

Haarkleid Haar Reichlich Deckhaar, gerade, genügend hart, feste Struktur, trocken, dichte und weiche Unterwolle, sehr kurz auf dem Kopf, an den Ohren, am Vorderteil der Vorderläufe, am Sprunggelenk und hinterem Mittelfuß, Fell am Körper mittellang liegend, auch um den Hals länger und etwas lockerer
Farbe Farbe schwarz ohne andersfarbige Haare, Unterwolle darf dunkelgrau, beige oder braun sein, wenn sie vom Deckhaar komplett bedeckt ist

Welche Mischlingsformen gibt es?

Viele Schipperke-Mixe sind sehr bezaubernde Kombinationen, allerdings weißt Du, wenn ein Schipperke mit einer anderen Hunderasse gemischt wird, nie so genau, welche Eigenschaften von jedem Elternteil der verschiedenen Hunderassen vererbt wurden. Du solltest daher beide Elternrassen lieben. Folgende Mixe sind möglich:

  • Schipperke-Affenpinscher-Mix (Affenschip): Affenschips sind Welpen, die 7 bis 16 Pfund wiegen. Der Hund kann bis zu 15 Jahre alt werden. Bezüglich der Pflege wird das Bürsten wichtig sein. Der Welpe kann aufgrund der verkürzten Schnauzenform des Affenpinschers einige gesundheitliche Risiken erben.
  • Schipperke-Border Collie-Mix (Border Schipper): Border Schipper wiegen, wenn sie ausgewachsen sind, 10 bis 55 Pfund und werden bis zu 15 Jahre alt. Der Hund schuppt saisonal und ist aktiv, sodass ausreichend Bewegung wichtig ist.
  • Schipperke-Chihuahua-Mix (Schiphuahua): Durch die Chihuahua-Rasse handelt es sich hierbei um einen zierlichen Welpen mit einem Gewicht von 6 bis 16 Pfund. Die Schiphuahua können aufgrund der flachen Mündungsform des Chihuahuas einige gesundheitliche Probleme haben
  • Schipperke-Corgi-Mix (Corgischip): Der Corgischip wiegt bis zu 20 Pfund und wird 12 bis 15 Jahre alt. Der aktive Hund benötigt täglich reichlich Bewegung und Beschäftigung. Eine Beinverkürzung ist durch die Corgi-Rasse charakteristisch.
  • Schipperke-Dackel-Mix (Schippershund): Der Schippershund wiegt, wenn er erwachsen ist, weniger als 11 bis 32 Pfund und wird bis zu 16 Jahre alt. Der Hund ist ein hervorragender Wachhund. Durch die Mischung mit dem Dackel werden die Beine etwas verkürzt sein.

Wenn Du einen Schipperke oder einen Schipperke-Mix haben möchtest, solltest Du einen seriösen Züchter auswählen und Dich vor Ort umschauen. Meide Züchter, die Dir schwanzlose Welpen anbieten. Welpen kosten circa 1.200 Euro. Du kannst auch in einem Tierheim einen Hund auswählen. Hier suchen viele Vierbeiner nach einem liebevollen Zuhause. Vielleicht ist der richtige Hund für Dich dabei.

Geschichte und Herkunft

Auch heute noch ist die Herkunft des Schipperke, deren alte Hunderasse bereits im Mittelalter existierte, umstritten. Es wird vermutet, dass der Vorfahre der Hunderasse ein schwarzer, kleiner, urtümlicher Schäferhund ist, der im 17. Jahrhundert gelebt hat. Er wurde in erster Linie gehalten, um Ratten, Mäuse etc. zu jagen. Der Schipperke wurde in Spanien erstmalig im Jahr 1882 ausgestellt, doch so richtig berühmt wurde er durch die damalige belgische Königin Marie-Henriette, die 1885 einen Schipperke kaufte. Damit stieg die Beliebtheit. Im Jahr 1887 wurde er nach England und Amerika importiert. Die Standardfestlegung fand erstmals 1888 durch einen Rasseclub statt. Um 1900 soll er in Belgien der verbreitetste Hund gewesen sein, während seine Zucht nach dem 2. Weltkrieg stark abnahm. In Deutschland wird die Rasse heute im VDH vom Verband Deutscher Kleinhundezüchter betreut. Pro Jahr fallen lediglich 20 bis 30 Welpen unter deren Dach.

 

Hundezubehör finden

Verwandte Ratgeber:

Aktuelle Kleinanzeigen für Rassehunde

mehr Kleinzeigen der Kategorie Rassehunde

 

Bildquellen:
Bild 1: © markt.de
Bild 2: © unsplash.com / CMDR Shane
Bild 3: © pexels.com / Valeriia Miller