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Flohallergie beim Hund: Symptome und Behandlung

Bild Hund Hunde können Flöhe leicht von befallenen Kontakthunden oder auch aus der Umgebung bekommen

Flohallergien gehören zu den häufigsten allergischen Hauterkrankungen bei Hunden. Die durch Flohspeichel ausgelöste Reaktion der Haut ist für den Vierbeiner überaus unangenehm. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihrem Hund Linderung verschaffen können.

Allergien bei Tieren

Die Ursachen für Allergien können sich überaus vielseitig gestalten. Allergieauslösende Stoffe können pflanzlichen, tierischen oder aber chemischen Ursprungs sein. Allergien treten in der Regel bei wiederholtem Kontakt mit dem Auslöser (den Allergenen) auf. Auslöser sind Milben, Pollen, Flohspeichel, Schimmelpilze, Hautschuppen oder auch Futtermittel. Ebenfalls können Insekten (z. B. Wespen oder Mücken) oder auch Kontaktallergene (z. B. Shampoo) allergische Reaktionen auslösen.
Betroffene Tiere zeigen verschiedenste Symptome: von Juckreiz und Hautveränderungen über Kratzen, Benagen und Belecken der betroffenen Stellen bis hin zu chronisch wiederkehrenden Ohr- und Augenentzündungen, Atembeschwerden oder Durchfall. Eine eindeutige Diagnose gestaltet sich häufig aufgrund der ähnlichen Symptomatik potenzieller Allergien schwierig.

Was passiert beim Flohbiss?

Bei der sogenannte Flohspeichel-Allergie-Dermatitis (FAD) ist das Immunsystem des Hundes gegen bestimmte im Flohspeichel enthaltene Substanzen (Allergene) „sensibilisiert“. Das heißt, das Immunsystem des Hundes stuft diese Substanzen, die eigentlich harmlos sind, nach dem ersten Kontakt (Flohstich) als schädlich ein und bildet gegen diese Antikörper. Gelangt dann beim nächsten Flohstich erneut Speichel in die Einstichstelle, findet eine allergische Reaktion beim Hund statt.

Wie erkenne ich eine Flohspeichelallergie?

Die Flohspeichelallergie ist eine bei Tieren häufig anzutreffende Allergie. Der Auslöser ist (auch beim Hund) zumeist der Katzenfloh. Hunde, die bereits an Atopischer Dermatitis leiden, sind besonders anfällig: Etwa 80 Prozent aller atopischen Hunde entwickeln bei Flohexposition eine Flohallergie. Allgemein gilt für alle Hunde, dass die Flohspeichelallergie zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr auftritt. Eine Rasse- oder Geschlechtsprädisposition wird ausgeschlossen. Als Leitsymptom gilt ein intensiver Juckreiz, der vermehrt in der Lenden-, Leisten- und Schwanzgegend auftritt. Die Tiere reagieren auf diesen mit Benagen und Belecken. Als Resultat treten zumeist Hautverdickungen auf. Begleiterscheinungen sind darüber hinaus Schwellungen der Kniekehllymphknoten sowie Krusten. Halter beobachten außerdem oft eine Hautüberwucherung mit einer Hefe der natürlichen Hautflora. In Fällen, in denen die Allergie nicht erkannt wird und diese sich folglich chronisch festsetzt, treten Haarausfall, Hyperpigmentierung und Hautverdickung auf.

Möglichkeiten der Diagnose: Blut- und Intrakutantest

Bild Hund und Katze Wenn mehrere Tiere im Haushalt gehalten werden, müssen alle mit entsprechenden Mitteln gegen Flöhe behandelt werden!

Ein Hinweis für eine Flohallergie ist u. a. das Auftreten der Begleiterscheinungen bis in den Spätherbst hinein. Beim Tierarzt wird der Hund zunächst am gesamten Körper untersucht. Der Arzt prüft im Zuge der körperlichen Untersuchung, ob sich Flöhe beziehungsweise Flohkot auf dem Körper des Hundes befinden. Als Hilfsmittel dient dem Tierarzt gegebenenfalls ein Flohkamm, mit dem er die Flöhe und deren Kot auskämmt. Die Flöhe lassen sich häufig nur schwer aufspüren, da von einer Flohspeichel-Allergie betroffene Hunde die Parasiten meist bereits eigenständig entfernt haben, zum Beispiel durch Herauslecken.
Eine eindeutige Diagnose kann ein vom Tierarzt vorgenommener Bluttest liefern; im Labor wird das Blut auf spezielle Antikörper untersucht, die sich gegen die Allergene richten. Beim Haut- bzw. Intrakutantest werden der Haut des Tieres allergieauslösende Substanzen injiziert. Bei einem Intrakutantest wird die seitliche Brustwand des Hundes geschoren und verschiedene Allergene, in diesem Fall also die Allergene des Flohspeichels, in die Haut gespritzt. Entsprechend der Hautreaktion kann dann festgestellt werden, auf welches Allergen der Hund negativ reagiert. Darüber hinaus existieren diagnostische Tests, wie beispielsweise die zytologische Untersuchung, die Untersuchung von Hautgeschabseln oder auch die diagnostische Therapie. Bei letzterer Therapieform wird mittels Ansprechen oder Nicht-Ansprechen auf bestimmte Therapeutika evaluiert.

Diagnose Flohspeichelallergie: Haushalt flohfrei halten!

In einem ersten Schritt müssen Hundehalter allergieauslösende Substanzen meiden. Allergische Hunde müssen das ganze Jahr vor Flohbefall geschützt werden, ein einziger Flohstich kann erneut schmerzhafte allergische Reaktionen auslösen. Ist Ihr Tier betroffen, müssen Sie unmittelbar reagieren. Im Klartext bedeutet das, dass Sie die am Tier befindlichen erwachsenen Flöhe mittels Adultizide bekämpfen müssen.
Da neben dem Tier zumeist auch die Umgebung betroffen ist, sind ergänzende Maßnahmen in Form von Entwicklungshemmern bzw. Wachstumsregulatoren erforderlich. Im Umfeld finden sich häufig die Flohbrut (Eier, Larven, Puppen). Experten empfehlen eine gründliche Reinigung des gesamten Haushaltes. Wenn Sie viel mit Hund und Auto unterwegs sind, müssen Sie auch hier putzen. Staubsaugen und das Waschen der Lieblingsdecke etc. bei mindestens 60 Grad sind obligatorisch!
Sollten in Ihrem Haushalt neben dem betroffenen Hund noch andere Tiere leben, müssen auch diese einer Behandlung unterzogen werden. Achten Sie bei der Anwendung der vom Tierarzt verschriebenen Präparate auf die exakte Behandlung – mehr rund um die Dosierungsvorschrift erfahren Sie in der Anwendungsbeschreibung.

Möglichkeiten der Therapie: Desensibilisierung & Entzündungshemmer

Im Falle einer diagnostizierten Flohspeichelallergie können Hundehalter eine Immuntherapie probieren, d. h. die De- bzw. Hyposensibilisierung. Bei dieser Form der Therapie wird eine wässrige Lösung hergestellt, die die Allergene enthält, gegen die der Hund im Test eine Überempfindlichkeit gezeigt hat. Im Verlauf der Desensibilisierung wird das Immunsystem mittels kleiner Dosen Schritt für Schritt an den Allergieauslöser „gewöhnt“. Die Immuntherapielösung wird in der Regel zweimal wöchentlich in oder unter die Haut gespritzt. Die Erfolgsaussichten halten sich Studien zufolge im Falle einer Flohbekämpfung in Grenzen. Gegen die akuten Symptome können als Entzündungshemmer kurzzeitig wirkende Glukokortikoide wie Prednisolon zweimal im Abstand von 48 Stunden („2-Tage-Therapie“) eingesetzt werden. Langfristig kann eine Flohallergie nur mit einer strikten Flohkontrolle gemanagt werden. Zwar ist eine Eliminierung der Flohinfestation ideal, doch eine langfristige Flohkontrolle zielt auf die mengenmäßige Reduzierung der Flohbisse am Hund ab. Zudem sollten Hunde mit Flohbefall regelmäßig entwurmt werden, da Flöhe Überträger von Bandwürmern sind.

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie im Ratgeber Wie erkenne ich, ob mein Hund an einer Allergie leidet?

 

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Bildquellen  :

Bild 1: © Pixabay.com / Karsten Paulick
Bild 2: © Pixabay.com /Anna Langova

 

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