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Pflichtpraktikum

Praktische Erfahrungen durch ein Pflichtpraktikum

Grafik Pflichtpraktikum Pflichtpraktika dienen als Orientierung und um die gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen. (Einfach klicken zum Vergrößern).

Die Pflichtpraktika sind in deutschen Studiengängen mittlerweile längst keine Seltenheit mehr. Mit diesen sollen Studenten eine weitere Chance erhalten, um ihr theoretisch angeeignetes Wissen bereits in der Praxis einzusetzen. Weiterhin können diese Pflichtpraktika als eine Orientierung dienen, um einen ersten Einblick in die Branche zu erhalten, in der Du später arbeiten möchtest. Studenten sollten sich mit der eigenen gültigen Studienverordnung vertraut machen. Hier wird aufgeführt, ob, über welche Dauer und wann ein Pflichtpraktikum im Zuge des Studiums notwendig wird.

 

Weiterhin finden sich in der Studienverordnung auch Informationen zu den Inhalten und eventuell konkrete Zeiträume, falls dieses in einem bestimmten Semester abgewickelt werden muss. Für den persönlichen Dialog bieten Universitäten Dir einen Praktikumsbetreuer an. Dieser spricht gern auch noch einmal individuell alle Einzelheiten mit Dir ab oder beantwortet weiterhin offene Fragen. Er kann Dir außerdem sagen, ob Dein gewünschtes Praktikum tatsächlich alle Anforderungen erfüllt, um im Zuge Deines Studiums als solches anerkannt zu werden. Die Studienberatung ist dafür ebenfalls eine geeignete Anlaufstelle, wenn es keinen Praktikumsbetreuer an Deiner Hochschule gibt oder Du nicht rechtzeitig einen Termin bekommen hast.

Pflichtpraktikum oder freiwilliges Praktikum?

Das freiwillige Praktikum

Der größte Unterschied wird bereits in den Bezeichnungen beider Praktika deutlich: die eine Variante ist freiwillig, während das andere Praktikum eine Pflicht ist. Diese Pflicht muss im Zuge eines Studiums absolviert werden. Weitere Unterschiede machen sich erst dann bemerkbar, wenn man den gesetzlichen Rahmen beider Praktika einmal genauer unter die Lupe nimmt. Bei einem freiwilligen Praktikum entsteht ein privatrechtliches Verhältnis zwischen Dir und Deinem temporären Arbeitgeber. Folglich unterliegst Du dann dem Arbeitsrecht und wirst wie ein Auszubildender vom Betrieb behandelt. Das regeln die Paragraphen 10 und 26 im Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Das Pflichtpraktikum

Das Pflichtpraktikum hingegen ist keine freiwillige praktische Leistung, sondern wird von der jeweiligen Hochschule als fester Bestandteil von einem Studium angesehen und muss daher absolviert werden. Es dient als eine Ergänzung zum theoretischen Teil des Studiums, die Dir einen ersten Einblick in die "reale" Wirtschaft liefern soll.

Weil das Pflichtpraktikum, wenn auch in leicht abgeänderter Form, bereits seit den 70er-Jahren existiert, gibt es hierzu auch eindeutige Urteile und Vorschriften. So hat der Bundesgerichtshof über ein Grundsatzurteil am 19.06.1974 festgestellt, dass das BBiG (siehe freiwilliges Praktikum) bei einem Pflichtpraktikum keine Anwendung findet. Alle Rechte und Pflichten, die Du im Zuge Deines Praktikums erhältst, entstehen also ausschließlich aus dem zwischen den Parteien geschlossenen Praktikumsvertrag - also zwischen Dir und dem Unternehmen, wo Du das Praktikum absolvieren möchtest.

Ergänzend hierzu liefert der Gesetzgeber grobe Richtlinien, welche sich anhand der Bundesländergesetze festmachen, aber auch teilweise an der Studienordnung der Hochschule. Der gesetzliche Rahmen und die exakten Konditionen können sich je nach Hochschule und Bundesland daher maßgeblich unterscheiden.

Pflichtpraktikum im Vergleich zum freiwilligen Praktikum: Pro & Kontra

Bild Vertrag durchlesen Das Arbeitsrecht greift für Pflichtpraktika nicht, weswegen Du die Konditionen selbst verhandeln musst.

Praktikumsvertrag vs. Arbeitsrecht

Wie gravierend die Vor- und Nachteile ausfallen, hängt maßgeblich vom Praktikumsvertrag ab. Dieser bestimmt die Konditionen, zu denen Du arbeiten musst, weshalb Du hier besonders darauf achten solltest, dass Du diesen auch als "fair" erachtest. Die gesetzlichen Richtlinien greifen in diesem Vertrag nicht, es steht Dir also frei, diesen selber zu prägen und über die Konditionen zu verhandeln. Ein maßgeblicher Unterschied ist die (mangelnde) Koppelung an das Arbeitsrecht. Während freiwillige Praktikanten jederzeit den gesetzlichen Rahmen durch das Arbeitsrecht nutzen können, greift dieses bei Pflichtpraktikanten nicht.

Nachteile des Pflichtpraktikums

Durch diese freie Gestaltung des Praktikumsvertrages ergeben sich für Pflichtpraktikanten oftmals unmittelbare Nachteile. So hast Du während dieses Praktikums keinen Anspruch auf den in Deutschland gültigen Mindestlohn, da Dein Praktikum nicht dem Arbeitsrecht unterliegt. Während Du bei einem freiwilligen Praktikum jederzeit auf ein Arbeitszeugnis bestehen kannst, ist das bei einem Pflichtpraktikum hingegen ebenfalls nicht der Fall. Anspruch hast Du lediglich auf eine Praktikumsbescheinigung, welche beweist, dass Du während der Zeit tatsächlich anwesend warst, nicht aber welche Leistungen Du erbracht hast. Du solltest im Vorfeld mit dem Betrieb klären, ob dieser Dir trotzdem ein Arbeitszeugnis ausstellen kann, damit Du dieses später bei Bewerbungen einsetzen könntest.

Vorteile des Pflichtpraktikums für Unternehmen

Für Unternehmen wird zum Vorteil, dass diese für Dich als Praktikanten keine Sozialversicherungsbeiträge leisten müssen. Für Dich könnte das bei einem späteren Rentenanspruch zu einem minimalen Nachteil werden, welcher aufgrund der kurzen Laufzeit aber zu vernachlässigen ist. Deine Versicherung läuft weiter über die Hochschule, auch hier unterscheidet sich die Praxis zwar, wird aber nicht zwingend zum Nachteil.

Weiterhin ist erneut zu erwähnen, dass Du nicht dem Arbeitsrecht unterliegst. Daher hast Du keinerlei Anspruch auf eine Lohnfortzahlung, wenn Du krank geworden bist - außer das ist explizit so im Praktikumsvertrag geregelt. Ein Urlaubsanspruch existiert ebenfalls nicht. Eine Ausnahme existiert mitunter nur dann, wenn das Pflichtpraktikum vor Antritt des Studiums oder danach absolviert wird. Ab einer den Ländern nach unterschiedlichen Einkommensgrenze, können Pflichtpraktikanten dann ebenfalls wie Auszubildende behandelt werden.

Viele Unternehmen bieten derartige Leistungen mittlerweile aber freiwillig über den Praktikumsvertrag an, um einerseits einen Ausgleich zu freiwilligen Praktikanten zu schaffen und andererseits die Stelle attraktiver für leistungsfähige Arbeitskräfte zu gestalten. Erneut: die Konditionen im Praktikumsvertrag und wie Du diesen verhandelst sind das wichtigste Kriterium.

Pflichtpraktikum im Ausland

Bild Förderung genehmigt Wenn Du ein Auslandspraktikum machen möchtest, besteht die Möglichkeit einer staatlichen Förderung.

Viele Studenten halten ein Praktikum im Ausland für attraktiver. So kannst Du Dir eine zusätzliche Sprache aneignen oder beispielsweise Dein Englisch festigen. Auch die Arbeitswelt gestaltet sich zunehmend internationaler, weshalb sich ein Auslandspraktikum besonders gut im Lebenslauf macht und außerdem die interkulturelle Kompetenz fördert. Für den Arbeitnehmer bedeutet das, dass Du Arbeitsprozesse aus einem anderen Blickwinkel betrachten kannst, da Du nun den internationalen Vergleich hast.

Um die jungen Studenten beim Auslandsaufenthalt zu unterstützen, wurden von der Politik viele Förderprogramme aufgestellt, über die Du Dich im Internet informieren kannst. Damit können auch Menschen mit kleineren Erparnissen die Chance nutzen, Auslandserfahrung zu sammeln. Beispielsweise wird auch das BAföG bei allen die es bereits bekommen weitergezahlt. Aber auch viele denen das BAföG bisher nicht genehmigt wurde haben die Chance, es für den Auslandsaufenthalt zu bekommen. Gefördert werden hierbei Praktika mit einer Mindestdauer von 3 Monaten.

Ob die Option eines Auslandspraktikums besteht, hängt von der Hochschulstudienordnung ab. Die meisten Hochschulen in Deutschland sehen ein Praktikum im Ausland aber ebenfalls als eine Bereicherung an, weshalb der mehrwöchige Auslandsaufenthalt kein Problem darstellen sollte. Dennoch solltest Du im Vorfeld, nur zur Sicherheit, noch einmal bei dem Praktikumsbetreuer der Hochschule explizit nachfragen und das gewünschte Unternehmen/die gewünschte Stelle darlegen.


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