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Ratgeber-Übersicht für werdende Eltern

Achtung Listerien: Welchen Käse darf ich in der Schwangerschaft essen?

Käse in der Schwangerschaft In der Schwangerschaft sollte auf einige Käsesorten verzichtet werden, um Ihr Kind zu schützen.

Werdende Mütter müssen ihre bisherigen Ernährungsgewohnheiten genau unter die Lupe nehmen: So stehen z. B. Tatar und Sushi auf der Liste verbotener Lebensmittel, darüber hinaus muss die ausreichende Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen gewährleistet werden. Und auch so manches Käseprodukt ist mit Vorsicht zu genießen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, warum manche Käsesorten für Schwangere gefährlich werden können, welche Käsesorten Sie ohne Bedenken essen können und welche nicht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorteile für die Gesundheit
  2. Listerien - Was Sie über die Risiken wissen sollten
  3. „Verbotene“ Käsesorten
  4. Unbedenkliche Käsesorten
  5. Käsesorten im Überblick
  6. Ausnahme: Kochen mit Käse
  7. Käseliste - Empfohlen/Nicht empfohlen

Käsegenuss in der Schwangerschaft - Vorteile für die Gesundheit

Käse ist reich an wichtigen Nährstoffen und Vitaminen und gilt außerdem als wichtiger Lieferant von Kalzium und hochwertigem Eiweiß. Kalzium beispielsweise ist für den Aufbau des Skeletts Ihres Babys sehr wichtig. Je härter die Käsesorte ist, desto größer ist in der Regel der Kalziumgehalt darin. Drei Scheiben Emmentaler decken zum Beispiel bereits den gesamten Tagesbedarf ab. Außerdem enthält er noch die wichtigen Nährstoffe Magnesium und Jod sowie die Vitamine A und wichtige B-Vitamine. Käse enthält somit in konzentrierter Form so ziemlich alles, was auch in der Milch gut ist. Dabei ist es übrigens völlig egal, ob dieser aus Kuh-, Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt ist.

Listerien - Was Sie über die Risiken wissen sollten

Symptome und Folgen einer Listeriose bei Mutter und Kind

Schwangere Frau Einige Käsesorten können gefährliche Erreger enthalten die in der Schwangerschaft gefährlich sein können

Fachleuten zufolge sollten Sie während der Schwangerschaft von einzelnen Käsesorten Abstand halten. Einige Käsesorten enthalten gefährliche Erreger, die dem ungeborenen Kind im schlimmsten Fall schaden können. Bei der besagten Gefahr handelt es sich um Listeriose, einer ernsthaften Infektionskrankheit. Für gesunde Personen ist diese meist unbedenklich und äußert kaum Symptome, bei Babys kann sie jedoch während der Schwangerschaft und auch danach großen Schaden anrichten.

Bei der Schwangeren verläuft die Krankheit selten schwer, aber das ungeborene Kind könnte dennoch in Gefahr sein. Das Fehlgeburtsrisiko durch Listerin steigt ab der fünften Schwangerschaftswoche. Doch auch nach der Geburt könnte sich das Neugeborene noch bis zu 10 Tage bei seiner Mama anstecken. Die Symptome äußern sich hier besonders stark und können sogar in Gehirnhautentzündungen oder Blutvergiftung enden. Frühere Symptome sind Atemprobleme und Krampfanfälle. Begeben Sie sich bei Anzeichen einer Listeriose so schnell wie möglich zu Ihrem Arzt.

Häufigkeit und Vorbeugung

Das Risiko einer Erkrankung wird durch den Verzehr roher tierischer Produkte erhöht. Also nicht nur durch Käse, sondern auch durch Milch, Fleisch oder Fisch, können diese Erreger Schäden anrichten. Besonders anfällig dafür sind vorgefertigter Reibekäse oder solcher mit blauem oder rotem Schimmel. Außerdem noch vakuumverpacktes Fleisch, Räucherfisch oder abgepackte Salate. Dennoch wollen wir nicht unnötig Angst verbreiten, denn bis heute sind Listeriosen eher selten. Laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts werden im Durchschnitt jährlich nur zwischen 308 und 608 Fälle bekannt, wovon etwa 10 % schwangerschaftassoziierte Listeriosen waren. Dabei werden sowohl Schwangere als auch Neugeborene miteinberechnet.

„Verbotene“ Käsesorten

Gefährliche Käsesorten Bei einigen Käsesorten können auch schwangere Frauen ohne große Bedenken zugreifen

Lassen Sie während Ihrer Schwangerschaft die Finger von roh belassenen Lebensmitteln aus Milch, Eiern, Fleisch oder Fisch. In diese Liste der verbotenen Produkte reiht sich selbstredend auch Rohmilchkäse ein. Im Gegensatz zu anderen Käsesorten wird die Milch bei der Herstellung nicht pasteurisiert (= erhitzt), sodass potenzielle Krankheitserreger nicht abgetötet werden: Rohmilchkäse wird aus Rohmilch hergestellt und lediglich auf maximal 40 Grad erhitzt. Genaue Angaben finden Sie auf der Verpackung des Käses (Kennzeichnung: „aus Rohmilch hergestellt“). Findet sich auf der Packung kein Hinweis, dann wurde der Käse aus pasteurisierter Milch produziert. Studieren Sie das Etikett aufmerksam, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Wird der Käse nur unverpackt verkauft, können Sie die entsprechenden Informationen bei der Fachkraft hinter der Käsetheke erfragen. Lassen sich Herkunft bzw. Produktionsbedingungen nicht aufklären, sollten Sie lieber auf den Käse verzichten. Einige Ärzte raten allgemein von dem Verzehr nicht verpackten Käses aus der Käsetheke ab, da sich hier Bakterien leichter ausbreiten können und daher auch öfter anzutreffen sind.

Experten raten zudem zum Verzicht von Weichkäse aus wärmebehandelter Milch. Selbiges gilt für Schimmel- und Sauermilchkäse Edelschimmel und Oberflächenschmiere sind perfekte Nährböden für Keime. Fazit: Vermeiden Sie den Verzehr von Backsteiner, Handkäse, Harzer Roller und Limburger, Camembert, rohen Blauschimmelkäse und Brie.

Erlaubte, unbedenkliche Käsesorten

Butter- oder Hüttenkäse, Feta, Gouda, Kräuterfrischkäse (Boursin, Philadelphia), Mozzarella oder Ricotta gehören den industriell erzeugten und einzeln abgepackten Käsesorten an und dürfen von Schwangeren ohne Wenn und Aber vertilgt werden. Der Hintergrund: Im Handel werden diese Produkte ausschließlich aus erhitzter Milch verkauft (wie auch Joghurt oder Quark). Ähnlich verhält es sich mit Appenzeller, Emmentaler, Greyerzer und Parmesan. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich im Allgemeinen das Abschneiden der Rinde. Lagern Sie den Käse im Kühlschrank und verwenden Sie zum Schneiden verschiedener Sorten unterschiedliche Messer. Kaufen Sie kleine Portionen und brauchen Sie diese innerhalb weniger Tage auf.

Empfohlene und nicht empfohlene Käsesorten im Überblick

Nachfolgend finden Sie noch einmal eine übersichtliche Zusammenfassung der Käsesorten, die Sie ohne Bedenken essen können und derer, bei denen Vorsicht geboten ist.

Checkliste Käse in der Schwangerschaft Mit unserer kostenlosen Checkliste zum Downloaden behalten Sie den Überblick über die Dos and Don'ts.

Nicht empfohlene Käsesorten

  • Backsteiner
  • Blauschimmelkäse
  • Brie
  • Camembert
  • Edelschimmel
  • Handkäse
  • Harzer
  • Korbkäse
  • Limburger
  • Münster
  • Reibekäse aus der Tüte
  • Romadur
  • Roquefort
  • Sauermilchkäse
  • Schimmelkäse
  • Spitzkäse

Empfohlene Käsesorten

  • Appenzeller
  • Bergkäse
  • Butterkäse
  • Cheddar
  • Edamer
  • Emmentaler
  • Feta
  • Gouda
  • Greyerzer
  • Hüttenkäse
  • Kräuterfrischkäse
  • Leerdammer
  • Mozzarella
  • Parmesan
  • Ricotta
  • Schmelzkäse
  • Tilsiter

Ausnahme: Mit Käse kochen ist immer eine sichere Sache

Ofenkäse Erhitzter Käse, wie zum Beispiel Ofenkäse, kann unbedenklich von Schwangeren gegessen werden.

Wenn Sie Blauschimmelkäse mindestens zwei bis drei Minuten lang über 70 Grad Celsius erhitzen (z. B. als Bestandteil einer Soße) ist der Genuss unbedenklich, da Listerien ab dieser Temperatur zerstört werden. Ebenso verhält es sich mit der Backofenhitze: Zum Überbacken von Pizza oder Aufläufen können Sie besagte Käsesorten ohne Bedenken verwenden. Auch Käsefondue oder Raclette ist durch das Erhitzen des Käses unbedenklich und kann von Zeit zu Zeit ohne Bedenken genossen werden. Weiterführende Informationen darüber, auf was Sie in Ihrer Schwangerschaft achten sollten, erhalten Sie im Ratgeber Was muss ich in der Schwangerschaft beachten?.


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