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Zahnpflege bei Haustieren - Ernährung und Vorsorge aktiv gestalten

Hund mit Kauspielzeug Zahnprobleme treten bei Haustieren häufig auf.

Der größte Teil aller Haustiere leidet früher oder später unter Zahnproblemen. Betroffen sind vor allem Katzen sowie kleine Hunderassen und Mischlinge. Sowohl Milchzähne als auch nachwachsenden Zähne müssen regelmäßig untersucht werden. Sind die Milchzähne bereits beschädigt, setzt sich die Schädigung ins Erwachsenenalter fort. Auch Fehlstellungen oder zu spätes Ausfallen beeinflussen die Gesundheit des Gebisses. Wir zeigen Dir, wie Du am besten mit den Zähnen von Katzen, Hunden und Nagetieren umgehen.

Zuckerkonsum = Schädigungen der Zähne

Für alle Tiere gilt: Zucker ist schlecht für die Zähne. Wie auch bei Menschen ist eine gesunde Ernährung sehr wichtig, vor allem für junge Tiere. Milchzähne und junge feste Zähne sind weich und sehr anfällig für Erkrankungen. Sparsam eingesetzte Kauelemente wie Kauknochen schaffen Abhilfe - sie reduzieren Zahnbelag um bis zu 50%. Auch Zahnpasta wird immer beliebter. Je ähnlicher die Zahnpflege bei Tieren der von Menschen wird, desto gesünder werden die Tierzähne. Sind die Zähne doch einmal so stark erkrankt, dass sie zum Beispiel massiv Löcher aufweisen und faulen, sollten sie schnellstmöglich vom Tierarzt gezogen werden. Faustregel: Kein Zahn ist besser als ein fauler Zahn.

Katzen

Ein voll ausgebildetes Katzengebiss umfasst 12 Schneide-, 4 Eck- und 14 Backenzähne. Diese Vollständigkeit erreicht jedoch kaum ein Tier. Die ersten 26 Zähne zeigen sich bei Kätzchen im Alter von etwa drei Wochen. Diese werden nach etwa acht Wochen durch die bis zu 30 permanenten Zähne ersetzt. Bei der Pflege von Katzen ist zu beachten, dass diese ab einem Alter von fünf Jahren in besonderem Maße unter Zahnproblemen leiden. Über die Hälfte der Katzen leidet massiv unter Löchern, bei unter fünfjährigen Katzen ist jede dritte bis vierte betroffen. Die Erkrankung hört auf den Namen "Feline odontoklastische resorptive Läsionen" (FORL). Wird sie festgestellt, müssen die Zähne häufig gezogen werden. Mit Glück reicht auch eine Versiegelung oder Füllung. Häufig führen Zahnprobleme dazu, dass die Katze nicht mehr oder nur noch sehr unregelmäßig frisst. Was Du in diesem Fall beachten musst, erfährst Du im Ratgeber Was tun, wenn die Katze nicht mehr frisst?

Hunde

Auch Hundewelpen kommen mit einem nackten rosa Kiefer auf die Welt. Sie bekommen ihre 28 Milchzähne ab der vierten bis fünften Woche. Zwischen dem fünften und siebenten Lebensmonat treten 42 bleibende Zähne an ihre Stelle (12 Schneide-, 4 Eck- und 26 Backenzähne). Den meisten Hunden wachsen jedoch nur 32 Zähne, da oft nur die 16 vorderen, nicht aber die 10 hinteren Backenzähne herauskommen. Es ist besonders wichtig darauf zu achten, dass die Zähne junger Hunde nicht überfordert werden. Die weichen Zähne können durch hartes Spielzeug wie Steine, harte Äste und Tennisbälle nachhaltig geschädigt werden. Zu starker Abrieb und das Abbrechen der Eckzähne sind mögliche Folgen, die es mit Blick auf die Hundepflege unbedingt zu vermeiden gilt. Weitere Infos erhältst Du im Ratgeber Das ABC der Zahnpflege beim Hund.

Nagetiere

Die Zähne von Nagetieren sind im Vergleich zu denen von Katzen und Hunden etwas Besonderes, da sie sehr viel schneller nach der Geburt wachsen und ein Leben lang erhalten bleiben. Die charakteristischen großen Nagezähne wachsen bis zum Tod des Tieres ständig nach, lediglich die Backenzähne haben ein begrenztes Wachstum. Meerschweinchen stellen eine zusätzliche Besonderheit dar, weil sie bereits im Mutterleib ihre permanenten Zähne ausbilden. Bei Hamstern, Mäusen, Kaninchen, Chinchillas und anderen Nagern dauert es aber auch nicht lange, bis das vollständige, 16 bis 20-teilige Gebiss vollständig ist. Um die ständig wachsenden Nagezähne abzunutzen, ist es wichtig, den Tieren stets genügend Nagematerial wie Holz anzureichen. Dies lässt sich auch mit der Ernährung kombinieren, indem darauf geachtet wird, dass immer ein ausgewogenes Maß an Heu, Körner-, Frisch- und Nagefutter gegeben wird. So bereitet die Pflege von Kaninchen und Co. Spaß und Freude!

Fazit

Zahnpflege bei Haustieren wird gerne unterschätzt. In der Natur beobachtet man schließlich selten Tiere beim Zähneputzen. Warum sollte also ein fast schon menschenähnlicher Aufwand betrieben werden? Größtenteils liegt das am Dosenfutter bedingten "unnatürlich" hohen Zuckerkonsum der pelzigen Lieblinge. Ein Blick auf die verpackungsseitige Angabe der Inhaltsstoffe lohnt sich immer. Durch ausgewogene Ernährung und regelmäßige Arztbesuche ist die Gesundheit Deines Haustiers gewährleistet. Zusätzliche Zahnpflege durch Kau- bzw. Nagematerial sowie die Anwendung von Zahnpasta lässt die Zähne von Hunden, Katzen und Nagern immer strahlen.

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Bildquellen:
Bild 1: © Pixabay.com / AnnaD