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Achal Tekkiner – Zähes Distanzpferd für lange Wüstenstrecken

Achal Tekkiner Steckbrief

Herkunft Turkmenistan
Hauptzuchtgebiet Turkmenistan, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan
Verbreitung Wüstenklima bis gemäßigte Klimazonen
Stockmaß 147 – 163 cm
Farben Häufig Füchse, Braune, Rappen, Schimmel
Charakter Nervenstark und leistungsbereit
Erscheinungsbild Schlank und hochbeinig mit raumgreifenden Gängen
Herausstellungsmerkmal Zähes Distanzpferd für lange Wüstenstrecken
Haupteinsatzgebiet Pferderennen und Distanzreiten
Grafik Achal Tekkiner Der Achal Tekkiner hat viele Vorzüge - er eignet sich unter anderem auch für Pferderennen.

Passt ein Achal Tekkiner zu Dir?

Sehr sportliche und fortgeschrittene Reiter, die eventuell auch gerne an einem Pferderennen teilnehmen wollen, sind mit einem Achal Tekkiner gut beraten. Das edle, aber herausfordernde Pferd passt ebenfalls gut zu Reitern, die gerne lange Ausritte oder Wanderritte unternehmen. Gangreiter können mit einigen Tieren dieser Pferderasse, die auch Tölt und Pass beherrschen kann, viel Freude haben. Distanzreiter, die im Gelände unterwegs sind, werden mit einem trittsicheren und gelassenen Pferd belohnt, das aber gerne hohe Geschwindigkeiten erreicht.

Nur jemand, der mit schnellen Pferden umgehen kann und auch dem Pferd die Möglichkeit bietet, nach Herzenslust zu rennen, sollte sich einen Achal Tekkiner anschaffen. Für Anfänger ist das Tier somit nicht geeignet, da nur geübte Reiter das große Potenzial des ehemaligen Wüstenpferdes besser ausschöpfen können. Manche Achal Tekkiner sind außerdem sehr temperaturempfindlich.

Wissenswertes über den Achal Tekkiner

Weißer Achal Tekkiner Eine der ältesten Pferderassen der Welt ist unter anderem der Achal Tekkiner.

Als eine der ältesten Pferderassen der Welt ist der Achal-Tekkiner auch heute noch hervorragend dazu geeignet, große Distanzen zu überwinden. Über mehrere Jahrtausende hinweg war das wasserarme Klima der Wüste Karakum in Turkmenistan sein natürlicher Lebensraum. Dementsprechend sind Exterieur und Interieur der Achal-Tekkiner darauf ausgerichtet, im harschen Wüstenklima bestehen zu können. Dieses Pferd ist vor allem bei Pferderennen und bei Distanzritten anzutreffen. Er kann eine enge Beziehung zu Menschen aufbauen. Wird er jedoch schlecht behandelt oder vernachlässigt, so zeigt er, dass er nicht zufrieden ist.

Herkunft und Zucht

Über den Begründer der Achal-Tekkiner Zucht ist nichts bekannt. Fest steht, dass die Rasse seit fast 3.000 Jahren gezüchtet wird und ihrem Zuchtgebiet entsprechend eine natürliche Anpassung an das Wüstenklima erfahren hat. Gelegentlich werden Achal-Tekkiner zur Veredelung anderer Sportpferderassen eingesetzt, wie beispielsweise der Trakehner Zucht und der Englischen Vollblut Zucht. Die Zucht der Achal-Tekkiner selbst hält nach wie vor an bewährten Bedingungen fest. Berittene Hirten hüten die frei laufenden Herden in der Steppe. So ist sichergestellt, dass die Achal-Tekkiner Zucht auch weiterhin ihrer Linie treu bleibt: Zähe und widerstandsfähige Pferde, mit optimaler Anpassung an das Wüstenklima.

Körperbau und Aussehen

Mit seiner Erscheinung hebt sich der Achal-Tekkiner deutlich vom typischen europäischen Sportpferd ab. Was bei vielen anderen Rassepferden als Ausschlusskriterium gewertet wird, gehört beim Achal-Tekkiner zum typischen Erscheinungsbild.

Hochbeinig auf eng stehenden Vorder- und oft kuhessigen Hinterbeinen, mit langem Rücken der in einer schwach ausgeprägten Lende und schließlich einer abfallenden Kruppe endet. Dazu setzt der Hals hoch an der steilen Schulter an und ist vergleichsweise schwach bemuskelt. Die Ohren sind länger und stehen breiter auseinander als bei anderen Rassen. Ihre Augen sehen oft mandelförmig aus.

Trotz all der vermeintlichen Mängel im Exterieur zeigt der Achal-Tekkiner einen enorm elastischen Galopp mit raumgreifenden Bewegungen. Manche Vertreter dieser Rasse zeichnen sich durch zwei weitere Gangarten, den Pass und den Tölt, aus.

Neben dem außergewöhnlichen Gangbild stellt die Fellfarbe eine weitere Besonderheit dar. Neben den Standardfarben Fuchs, Brauner, Schimmel und Rappe treten weitere Sonderfarben auf: Isabell, Buckskin, Cremello und Perlino, die zudem aufgrund einer speziellen Haarstruktur golden glänzen. Dies brachte dem Achal-Tekkiner nicht nur die Gunst des chinesischen Kaisers, sondern auch den Namen „Himmelspferde“.

Charakter

Achal Tekkiner auf Wiese Der Achal Tekkiner zählt zu den Allroundern unter den Pferden.

Achal-Tekkiner sind leistungsbereite Allrounder, die auch unter hoher Belastung große Leistungen erbringen können. Nervenstärke und Durchhaltevermögen sind nicht nur auf Distanzritten gefragt, sondern auch in anderen Disziplinen des Pferdesports. Zäh und widerstandsfähig stellt er sich seiner Aufgabe auch bei Pferderennen. Seine Trittsicherheit und hohe Anpassungsfähigkeit sind vor allem auf schwierigen Distanzritten ein enormer Vorteil. Sie bringen bis ins hohe Lebensalter eine sehr große Leistungsbereitschaft mit.

Erbkrankheiten

Naked Foal Syndrom (NFS)

Durch einen Gendefekt kommt es bei dieser tödlichen Krankheit dazu, dass die erkrankten Pferde kein Fell haben. Auch die Langhaare, wie die Mähne und der Schweif, fehlen den Pferden von Geburt an. Des Weiteren kann es sein, dass ihre Schneidezähne noch nicht durchgebrochen sind oder die Backenzähne in abnormale Richtung herauswachsen. Hartnäckiger und wiederkehrender Durchfall, oft auftretende Verdauungsstörungen und laminitisartige, behandlungsresistente Rotation des Hufbeins zählen ebenso zu den Symptomen.

Dadurch, dass die Pferde kein Fell haben, wird ihre Haut schnell trocken, schuppig und entzündet sich leicht. Im Sommer leiden diese Tiere unter schweren Sonnenbränden. Im Winter dagegen kommt es regelmäßig zu Lungeninfektionen.

Aufgrund der Verdauungsprobleme sterben die meisten Fohlen bereits innerhalb weniger Wochen nach ihrer Geburt. Manche Pferde wurden bis zu zwei Jahre alt. Jedoch wurden diese wegen starken Schmerzen, die durch Laminitis verursacht wurden, eingeschläfert. Bei Laminitis handelt es sich um eine Entzündung der Huflederhaut, bei der sich die Hufkapsel von der Lederhaut ablöst. Die Symptome von NFS ähneln Epitheliogenesis Imperfecta, die bei Belgischen Kaltblütern, American Saddlebreds, etc. verzeichnet wurde.

Erste Fälle von NFS innerhalb der Achal Tekkiner wurden 1938 beobachtet. Bisher konnten nur ungefähr 35 Überträger des Defekts ermittelt werden. Darunter 943 Arslan, 736 Keymir, 2001 Mariula und 1054 Gilkuyruk.

Maligne Hyperthermie

Ist ein Pferd an Maligne Hyperthermie erkrankt, können durch Narkosemittel oder Stress bestimmte Symptome ausgelöst werden. Zu diesen gehören hohes Fieber, Muskelkrämpfe bzw. -steifheit, Atembeschwerden und übermäßiges Schwitzen. Unabhängig davon, ist ein Abbau der quergestreiften Muskulatur und eine Übersäuerung des Blutes zu beobachten. Liegt beim Tier eine Polysaccharid Speicher Myopathie vor, so wird diese eventuell verschlimmert. In 34 % der Fälle führt die Erbkrankheit zum Tod. Ein Gentest ist sehr zu empfehlen, vor allem bevor eine Narkose durchgeführt wird.

Equine-Myopathie-Panel

Symptome

  • Veränderung im Temperament (durch Schmerzen)
  • Wechselnde Lahmheit
  • Starker Muskelabbau
  • Kleinen Dellen, durch lokalen Muskelschwund
  • Muskelverspannungen
  • Muskelzittern
  • Koordinationsprobleme

Kryptorchismus

Diese Erbkrankheit ist innerhalb der Rasse sehr verbreitet. Nicht selten sind erkrankte Hengste über Generationen hinweg betroffen. Kryptorchismus wird als Ursprung von gesundheitlichen und Charakterproblemen, wie zum Beispiel Hodenkrebs oder Bösartigkeit gesehen. Die Kastration von betroffenen Pferden verursacht besonders hohe Kosten. Russland und Turkmenistan erlauben die Zucht mit Kryptorchiden, Europa und Nordamerika (großteils) jedoch nicht.

Zu den Bestätigten Kryptorchiden gehören beispielsweise 779 Peren, 1248 Orlan, 971 Khalif und Garajusup. Auch der einflussreiche Stammhengst 2a Boinou gehörte laut Rasseexperten dazu.

 

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