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Übersichtsseite zur EM 2016

Kicken für Deutschland: Die DFB-Auswahl bei der EM

Als Oliver Bierhoff in der 69. Minute des EM-Finales gegen Tschechien eingewechselt wurde, lag die deutsche Mannschaft zurück. Dem jungen Nationalspieler gelang vier Minute später der erste Treffer per Kopf. In der Verlängerung erzielte Bierhoff ein weiteres Tor, wodurch die deutsche Fußballnationalmannschaft 1996 zum dritten Mal einen Titel bei einer Europameisterschaft gewinnen konnte. In der langen Geschichte der Europameisterschaften, die seit 1960 ausgetragen werden, errang die deutsche Elf aber nicht nur Titel, sondern erlebte auch bittere Niederlagen. Zur nächsten Europameisterschaft, die in diesem Jahr in Frankreich ausgetragen wird, möchte das Team die Siege erringen, durch die die Mannschaft in der Vergangenheit Titel gewann.

Tränen und Triumphe: Rückblick auf erste Europameisterschaften

Bild EM Trikots Die EM-Trikots der Deutschen seit der ersten Teilnahme (Zum Vergrößern klicken).

Zwar wurden schon ab 1960 Europameisterschaften ausgetragen, allerdings beteiligte sich das deutsche Team nicht. Der damalige Bundestrainer Sepp Herberger, der die deutsche Elf 1954 zum WM-Titel geführt hatte, fühlte sich in seinen Vorbereitungen für die Weltmeisterschaften gestört. Daher verzichtete der Coach auf die EM-Teilnahme. Nachdem Helmut Schön das Amt übernommen hatte, trat die deutsche Fußballnationalmannschaft zur ersten EM-Qualifikation an, die nicht bestanden wurde. 1967 erlebte das DFB-Team die Schmach von Tirana, bei der das entscheidende Qualifikationsspiel gegen eine drittklassige Nationalmannschaft aus Albanien verloren wurde. Aufgrund der bitteren Niederlage verpasste die Mannschaft zum ersten und einzigen Mal die Endrunde der Europameisterschaft.

Nach dieser Niederlage konnte sich das DFB-Team für sämtliche Endrunden qualifizieren. Schon 1972 wurde der erste EM-Titel errungen. Nationaltrainer Schön hatte eine neue Mannschaft geformt, in der sich legendäre Spieler wie der Stürmer Gerd Müller oder der Mittelfeldregisseur Günther Netzer befanden. Sein Team traf am 29. April 1972 auf die englische Nationalmannschaft. Durch einen 3:1 Sieg konnte sich die deutsche Elf durchsetzen. Auf diesen Viertelfinalsieg folgten weitere Triumphe gegen Belgien und die Sowjetunion. Durch den 3:0 Erfolg im Finale wurde das Team zum ersten Mal Europameister. Damals lobte selbst die internationale Presse das ästhetische Spiel der deutschen Akteure, von denen viele 1974 zu Weltmeistern werden sollten.

Dem Triumph folgte eine bittere Niederlage, die der deutschen Fußballnationalmannschaft 1976 den Titel kostete. Im damaligen Jugoslawien erreichte das DFB-Team zunächst das Finale. In der erfahrenen Truppe befanden sich langjährige Nationalspieler wie Franz Beckenbauer, der zu diesem Zeitpunkt bereits 99 Länderspieler absolviert hatte. Das Team traf nun auf die Tschechoslowakei, die seit 1974 ungeschlagen war. In einem kämpferischen Spiel konnte sich keine der Mannschaften durchsetzen, sodass es zum Elfmeterschießen kam. Nach den ersten Treffern trat Uli Hoeneß an den Elfmeterpunkt. Beim Schuss geriet der der Offensivspieler allerdings in Rückenlage. Der Ball flog in den Nachthimmel von Belgrad, was eine der bittersten Niederlage des deutschen Teams besiegelte.

Titel und Tragödien: Die DFB-Elf bei vergangenen Turnieren

Bild Deutschland Fans Deutschland hofft auf den 4. EM Titel.

Ab 1978 coachte ein neuer Trainer das DFB-Team. Jupp Derwall führte die deutsche Fußballnationalmannschaft zu weiteren Siegen. Mit dem Coach erlebte das Team aber auch bittere Niederlagen. Bei der Europameisterschaft 1980 erreichte die Elf erneut das Finale. Dort traf das Team auf die Überraschungsmannschaft des Turniers, die zuvor England, Frankreich und Italien ausgeschaltet hatten. Gegen die starken Belgier gelang Stürmer Horst Hrubesch erst in der 89. Minute der entscheidende Treffer, der Deutschland den zweiten EM-Titel einbrachte. Umso bitterer erschien das Abschneiden des DFB-Teams bei der folgenden Europameisterschaft. 1984 schied die Elf bereits in der Vorrunde aus, was zum vorzeitigen Abschied des damaligen Bundestrainers Derwall führte.

Immerhin reichte es 1988 für den Einzug ins Halbfinale. Damals versammelte Nationaltrainer Franz Beckenbauer junge und hungrige Spieler wie Lothar Matthäus, Rudi Völler oder Olaf Thon, die sich nach einer starken Gesamtleistung allerdings der niederländischen Nationalmannschaft geschlagen geben mussten. Allerdings errang das Team zwei Jahre später einen größeren Erfolg, als es die Weltmeisterschaft 1990 gewann. Es folgte die Europameisterschaft in Schweden. Dort traf die deutsche Elf, die mittlerweile durch Berti Vogts trainiert wurde, auf kämpferische Dänen, die die Überraschungsmannschaft des Turniers waren. Weil die deutsche Fußballnationalmannschaft nicht zu ihrem Spiel fand, verlor sie dieses entscheidende Finalspiel.

Schon 1996 stand das Team erneut im Finale der Europameisterschaft, die diesmal gewonnen wurde. Durch die Einwechslung des Stürmers Oliver Bierhoff zog der Bundestrainer Vogts den richtigen Joker, der die zwei entscheidenden Tore schoss. So konnte das DFB-Team zum dritten Mal diese europäische Meisterschaft erringen. An diesen Erfolg konnte die Mannschaft bei den folgenden Europameisterschaften allerdings nicht mehr anknüpfen. Im Jahre 2000 schied eine schwache und zerstrittene Truppe, die vom überforderten Erich Ribbeck trainiert wurde, bereits in der Vorrunde aus. Vier Jahre später wurde die Mannschaft durch Rudi Völler gecoacht. Aber auch bei der Europameisterschaft in Portugal bestand das Team noch nicht einmal die Vorrunde.

Erst mit dem jetzigen Nationaltrainer Joachim Löw konnte die deutsche Fußballnationalmannschaft erneut die Gruppenphase überstehen. Bei der EM 2008 reichte es immerhin für einen Einzug ins Finale, wo das DFB-Team allerdings an den starken Spaniern scheiterte, die den Titel errangen. Im Jahr 2012 war schon im Halbfinale Schluss. Damals musste sich die DFB-Elf den Italienern geschlagen geben, die im Finale der 14. Europameisterschaft durch die spanische Elf besiegt wurden. Joachim Löw wird das Team auch beim kommenden Turnier trainieren. Das Ziel ist der Titel. Es bleibt aber abzuwarten, ob die Mannschaft an die vergangenen Erfolge des DFB-Teams anknüpfen kann.

Das Team in Frankreich: Spieler für das kommende Turnier

Bild EM Kader Unsere EM-Kaderprognose (Zum Vergrößern klicken).

Die aktuelle Lage bei der Nationalmannschaft

Bei der Europameisterschaft in Frankreich, die ab Juni 2016 stattfindet, wird eine neue deutsche Fußballnationalmannschaft antreten. In der Mannschaft finden sich Stars, die bereits bei vorherigen Welt- und Europameisterschaften für die DFB-Elf im Kader standen. Zwar wurde das endgültige Team noch nicht durch Trainer Joachim Löw benannt, allerdings gibt es einige Spieler, die mit Sicherheit die Mannschaft bilden werden. Als gesetzt gilt Torhüter Manuel Neuer, an dem die besten Stürmer der Welt bereits bei vergangenen Turnieren verzweifelten.

Vor dem Tormann dürften Abwehrspieler wie Jerôme Boateng spielen, der allerdings lange Zeit von Verletzungen geplagt war. Zur Europameisterschaft möchte der defensive Schlüsselspieler des FC Bayern München allerdings wieder seine Topform erreicht haben. In der deutschen Fußballnationalmannschaft werden sich weitere Kader des bayrischen Vereins befinden, die bereits zum Erfolg bei der Weltmeisterschaft in Brasilien beitrugen. So dürfte Angreifer Thomas Müller erneut in der Startformation stehen. Gemeinsam mit weiteren Offensivkräften wie Mesut Özil oder Marco Reus soll der bayrische Torjäger für Siege sorgen.

Im Mittelfeld sollte eigentlich Bastian Schweinsteiger aufspielen, allerdings zog er sich 80 Tage vor dem Turnier einen Innenbandabriss am Knie zu. Seine Teilnahme ist fraglich. Allerdings gibt es mit Sami Khedira und Toni Kroos, die wohl in der Startaufstellung stehen werden, spielerische Alternativen. Andere Spieler leiden ebenfalls an Verletzungen, sodass eine EM-Teilnahme nicht sicher ist. Eng wird es zum Beispiel für den Wolfsburger Julian Draxler, der an einem Muskelabriss leidet. Dafür könnte Emre Can in den Kader rücken, der seine Verletzung fast auskuriert hat. Weitere Kandidaten sind Schlüsselspieler aus Dortmund. Bei der kommenden Europameisterschaft werden sich wahrscheinlich Marco Reus und Mats Hummels im DFB-Team befinden.

Der endgültige Kader (Update, 06.06.2016)

Nun hat sich Joachim Löw auf die 23 Spieler festgelegt, mit denen er die Europameisterschaft erfolgreich bestreiten möchte. Große Überraschungen sind ausgeblieben, es finden sich viele Spieler im Kader wieder, die auch schon 2014 bei der Weltmeisterschaft dabei waren.

Marco Reus und Ilkay Gündogan fallen leider erneut verletzungsbedingt aus und stehen der Mannschaft nicht zur Verfügung. Kapitän Bastian Schweinsteiger hingegen trainiert wieder und sollte dem Team im Laufe des Turniers als wertvolle Stütze zur Verfügung stehen. Neben Stammspielern wie Manuel Neuer, Jerôme Boateng oder Thomas Müller haben es auch die Youngster Joshua Kimmich, Julian Weigl und Leroy Sané in den Kader geschafft.

 

  • Torhüter: Manuel Neuer ist Welttorhüter und die unangefochtene Nummer 1 zwischen den Pfosten. Er ist der Ersatzkapitän für Schweinsteiger und könnte mit seiner Erfahrenheit zu einem wichtigen Faktor im Kampf ums Weiterkommen werden, vor allem in den KO-Spielen.
  • Abwehr: Jerôme Boateng ist im Zentrum gesetzt. Neben ihm sollte Mats Hummels spielen, der jedoch zu Beginn des Turniers verletzungsbedingt ausfallen wird. Für ihn scheint Antonio Rüdiger zu starten. Kimmich und Mustafi sind die Alternativen. Auf der linken Abwehrseite hat sich Jonas Hector festgespielt, auch mangels Alternativen. Um den Platz auf der rechten Seite streiten sich Benedikt Höweders, Joshua Kimmich und Emre Can. Hier hängt es wohl vom Gegner ab, wen Jogi Löw aufstellt.
  • Mittelfeld: Kapitän Bastian Schweinsteiger ist noch nicht bei 100%. Bei ihm wird sich im Laufe des Turniers zeigen, inwieweit er der Mannschaft helfen kann. Vorerst sind Toni Kroos und Sami Khedira auf den Positionen vor der Abwehr gesetzt. Auf der rechten Mittelfeldseite findet sich Thomas Müller wieder. Zentral offensiv spielt Mesut Özil, der seine Klasse hoffentlich endlich bei einem wichtigen Turnier unter Beweis stellen wird. Nach dem Ausfall von Reus steht der Bundestrainer vor der Frage, wen er im linken Mittelfeld aufstellen soll. Julian Draxler hat sich in den Testspielen empfohlen, Spieler wie Schürrle, Podolski oder Götze sind die Alternativen. Auch Leroy Sané kann als Joker zu einem wichtigen Teil der Mannschaft werden.
  • Angriff: Nach dem Karriereende von Miroslav Klose war man lange auf der Suche nach einem Nachfolger. Mario Gomez als amtierender Torschützenkönig der Türkei hat sich für diese Position empfohlen und wurde nach ein paar Jahren Abstinenz wieder in die Nationalmannschaft berufen. Denkbar ist auch, dass Mario Götze als "falsche Neun" in vorderster Front agiert.

Joachim Löw hat bei seiner Nominierung wieder gezeigt, dass er auf bewährte Spieler setzt. Er legt großen Wert auf Teamplayer und ein intaktes Mannschaftsgefüge. Obwohl ein paar Spieler angeschlagen sind, sollte mit dieser Mannschaft bei der Europameisterschaft einiges möglich sein.



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