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Jobs und Karriere: Ratgeber-Übersicht für Jobsuchende

Arbeiten während des Studiums

Werkstudent Durch das Arbeiten neben dem Studium kannst Du erste Berufserfahrungen sammeln.

Deutschlands Studierende sind recht fleißig, denn etwa zwei Drittel aller immatrikulierten Studenten arbeiten während ihres Studiums. Einerseits geschieht dies natürlich aus finanziellen Gründen, andererseits, um in die Welt der Arbeitnehmer ein wenig hinein zu schnuppern, erste berufliche Erfahrungen zu sammeln und mehr finanzielle Unabhängigkeit zu genießen. Da es ferner mehr und minder arbeitsbelastende Studiengänge gibt, musst Du selbst abwägen, ob und gegebenenfalls wie viele Stunden Du pro Woche oder Monat arbeiten kannst, ohne dass Dein Studium darunter leidet und Du als Folge daraus gegebenenfalls noch ein oder gar mehrere Semester verlängern musst.

Vorteile vom Arbeiten neben dem Studium

Bild: Minijob auf 450 Euro Basis
Mit einem zusätzlichen Minijob kann ein Student gut über die Runden kommen.

Außerdem macht es einen guten Eindruck, wenn Studenten in ihrem Lebenslauf auch berufliche Einsätze parallel zum Studium vorweisen können. Die meisten der BAföG finanzierten Studierenden sind daher nebenher tätig. Studenten aus wohlhabendem Elternhaus mit entsprechender finanzieller Unterstützung können sich mit ganzer Kraft ausschließlich ihrem Studium widmen. Allerdings kann es sich bei potenziellen künftigen Personalchefs durchaus auch nachteilig auswirken, wenn Studenten bis zum Ende ihres Studiums keinerlei berufliche Erfahrungen nachweisen können. Diesen schwierigen Spagat zwischen Arbeitgeber und Bewerber solltest Du daher immer im Auge behalten.

Werkstudentenjobs

Werkstudentenjobs werden von suchenden Unternehmen meist unmittelbar in den Universitäten und Hochschulen, aber auch in regionalen Zeitungen oder in entsprechenden Fachzeitschriften angeboten. Studenten sollten daher regelmäßig die Aushänge am Schwarzen Brett ihrer Universität beobachten oder sich ganz gezielt bei ortsansässigen großen Unternehmen um Werkstudentenjobs bewerben. Im Allgemeinen sind Werkstudenten gern gesehene Mitarbeiter. Mit ihrem Bildungsniveau entsprechen Sie oft exakt den Anforderungen, die von Unternehmen gestellt werden. Dabei gehen Firmen meist gezielt auf junge Menschen zu, um auf diese Weise für eine bestimmte Zeit qualifizierte Studenten der Fachrichtung ihres Unternehmens entsprechend zu akquirieren. Bei Werkstudentenjobs kann es sich um befristete Projektarbeiten ebenso wie um langfristige Tätigkeiten handeln.

Pro und Kontra von Werkstudentenjobs

Studierenden bieten Werkstudentenjobs eine wunderbare Chance, Berufserfahrungen für ihr Studienfach zu sammeln und auf diese Weise ihr Wissen praktisch anzureichern. Der Nachteil ist jedoch, dass Werkstudentenjobs meist nicht gemäß der Qualität ihrer Arbeit entsprechend honoriert werden. Insbesondere bei Projektarbeiten solltet Ihr Euch von vornherein auf Überstunden und Wochenendarbeit einstellen.

Praktika während des Studiums

Praktikum Bei einem Praktikum unterscheidet man zwischen Pflichtpraktika und freiwilligem Praktikum.

Hier musst Du zwischen dem freiwilligen Praktikum und dem Pflichtpraktikum unterscheiden. In vielen Studiengängen zählt das Pflichtpraktikum als unumgängliches Muss. Die Länge des Praktikums wird von den Hochschulen festgelegt. Das Pflichtpraktikum dient dazu, bereits erworbene Kenntnisse in der Praxis anzuwenden und zu erweitern. Es dient also mehr dem Studium als dem Erwerbszweck. Leider wird für absolvierte Praktika, wenn überhaupt, nur eine kleine Vergütung gezahlt. Freiwillige Praktika liegen hingegen ganz in Deinem Ermessen. So kannst Du beispielsweise die Semesterferien dazu nutzen, Dich in einem Unternehmen Deiner Wahl um einen Praktikumsplatz zu bewerben. Auch in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit richten sich viele angebotenen Praktika explizit an Studenten eines bestimmten Studiengangs.

Willkommene Arbeitskräfte

Studenten sind in Firmen sehr willkommen, da diese vom topaktuellen Wissensstand ihrer vorübergehenden Mitarbeiter profitieren und gleichzeitig viel Geld für langfristig Beschäftigte einsparen. Anders ist es wiederum bei naturwissenschaftlichen Studiengängen. Dort zählt beispielsweise eine zum Semester gehörende Laborforschungsarbeit bereits als anerkanntes Praktikum. Es ist daher zu empfehlen, das Pflichtpraktikum und freiwillige Praktikum dazu zu nutzen, in erster Linie Deinen Wissensbereich zu stärken und Dich selbst zu profilieren.

Auslandspraktika

Auslandspraktika sind sehr beliebt, aber häufig auch mit hohen Auslagen verbunden, vor allem dann, wenn Du die Kosten für Unterkunft und Verpflegung selbst tragen musst. Allerdings bieten sie eine wunderbare Chance, fremde Menschen und Kulturen kennenzulernen und Deine Sprachkenntnisse im jeweiligen Gastland zu perfektionieren. Falls Du Interesse an einem Auslandspraktikum hast, versuche ein solches über ein Unternehmen in Deutschland mit weiteren ausländischen Firmenstandorten zu finden. Allerdings solltest Du von vornherein die Frage einer Vergütung und alle auf Dich zukommenden Kosten detailliert klären. Hier gibt es große Unterschiede und Dein Finanzhaushalt könnte bei einem Auslandspraktikum unter Umständen sehr stark strapaziert werden.

Jedes Praktikum bietet Vorteile hinsichtlich praktischer Erfahrungen, die Dir im weiteren beruflichen Lebensweg zugute kommen werden. Leider aber steht dem in vielen Fällen eine unangemessene Arbeitsentlohnung sowie häufig gar eine Ausbeutung der Studierenden gegenüber.

Der Minijob auf 450 EUR Basis

Der Minijob ist ein beliebtes Instrument, das Studentenbudget aufzustocken. Fast jeder Studierende hat irgendwann einmal einen Minijob ausgeübt oder tut dies dauerhaft. Taxi fahren, Kellnern, Essen auf Rädern ausfahren oder Nachhilfeunterricht erteilen, sind Jobs, die Ihr alle zur Genüge kennt. Sie bieten eine Vielfalt an Möglichkeiten, bis zu 450 EUR monatlich hinzu zu verdienen. Minijobs haben mit wenigen Ausnahmen keinerlei Bezug zum Studienfach. Ihr prioritärer Sinn liegt darin, Geld heran zu schaffen, und genau dies unterscheidet sie mit intensiver Deutlichkeit von den Werkstudentenjobs. Ein weiterer Gesichtspunkt ist, dass Du Minijobs in der Regel innerhalb von zwei Wochen kündigen kannst, Du bei einem Werkstudentenjob hingegen für eine gewisse Zeit unter Vertrag stehst und dessen Verpflichtungen nachkommen musst.

Duales Studium - hervorragende Alternative für Studierende und Unternehmen

Duales Studium Ein duales Studium kann eine weitere Alternatvie zum Studium sein.

Duale Studiengänge basieren auf Kooperationsverträgen zwischen Hochschulen und Unternehmen, die sich Universitäten und Fachhochschulen als duale Partner zur Verfügung stellen. Diese Mischform zwischen Theorie und Praxis erfreut sich großer Anerkennung und wird deutschlandweit angeboten. Die Fachrichtungen sind sehr vielfältig und reichen vom Agrarmanagement bis zur Sozialpädagogik. Sie stellen in jeder Hinsicht sowohl für Unternehmen als auch Studenten hervorragende Perspektiven dar. Interessierst Du Dich für ein duales Studium, informiere Dich, bei welchen Hochschulen der von Dir gewünschte Studiengang angeboten wird und wer die entsprechenden Partnerunternehmen sind. Wie bei den klassischen Ausbildungen suchen sich die Firmen ihre Studenten aufgrund eingegangener Bewerbungen aus. Je nach Fachrichtungen dauert ein duales Studium zwischen 3 und 5 Jahren.

Der Ablauf eines Dualen Studiums

Der Wechsel zwischen Theorie und Praxis ist individuell geregelt und kann als Wochen- oder Monatsmodell angeboten werden. Während der semesterfreien Zeit arbeitest Du also in einem Unternehmen und kannst Deine Kenntnisse dort anwenden und vertiefen. Darin liegt einer der gravierenden Unterschiede zum klassischen Studium. Du bist Student und Mitarbeiter gleichermaßen und erhältst eine Vergütung, die üblicherweise der eines traditionellen Auszubildenden entspricht. Für die Zeit des Studiums bist Du ferner bei dem jeweiligen Unternehmen angestellt und musst zunächst eine angemessene Probezeit absolvieren.

Vorteile

Aufgrund der engen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und dualen Firmenpartnern können sich beteiligte Unternehmen so ihre künftigen Nachwuchskräfte selbst ausbilden und bieten diesen gute Übernahmeperspektiven, die in ganz Deutschland bei etwa bei 80 % liegen. Duale Studien sind daher ein hervorragendes Sprungbrett für Deine künftige Karriere und gehen mit einer regelmäßigen Vergütung einher. Da in einigen Bundesländern Studiengebühren erhoben werden, solltest Du noch wissen, dass die meisten dualen Partner die Studiengebühren für ihre Studenten finanzieren und auch dies für Dich eine erhebliche monetäre Entlastung darstellt, die Du mit berücksichtigen solltest. Mit gleich 2 Abschlüssen in der Tasche erhöhen sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Während bei einem solitären Studium meist entweder vor oder nach der Studienzeit noch eine Einarbeitung oder ein Praktikum auf dem Plan stehen, ermöglicht ein duales Studium 2 anerkannte Abschlüsse im gleichen Zeitfenster und lässt so einen früheren Start ins Berufsleben anstreben.

Nachteile

Studenten, die sich im gleichen Zeitraum für ein Studium und die Arbeit entscheiden, werden ein wenig flexibles Zeitmanagement haben. Während andere Studenten die Semesterferien genießen, gehen Studenten im dualen System in dieser Zeit arbeiten. Die Erholung kommt häufig zu kurz und besteht nur in der Aussicht, in einem kürzeren Zeitrahmen sowohl die Ausbildung als auch das Studium abgeschlossen zu haben. Die Praktika und somit die Erfahrungen im Studium sind durch die feste Anstellung in einem Unternehmen auf dieses Unternehmen fixiert. Eine breit gefächerte Sammlung an verschiedenen Erfahrungen kann so nicht angestrebt werden, was letztendlich die Chancen auf ein Semester im Ausland oder Kenntnisse aus verschiedenen Praktika in diversen Unternehmen mindert.

Das Deutschlandstipendium - besondere Förderung für hoch begabte und engagierte Studenten

Mitte 2011 wurde das Deutschlandstipendium für Studierende mit herausragenden Leistungen und gesellschaftlichem Engagement in Zusammenarbeit von Bund und mittelständischen Unternehmen ins Leben gerufen. Der Förderbetrag von 300 EUR wird jeweils zur Hälfte vom Staat und Förderer finanziert. Das Deutschlandstipendium ist eine einkommensunabhängige Leistung und muss im Gegensatz zum BAföG nicht zurückgezahlt werden. Die Förderzusage wird jährlich neu überprüft und bei Eignung bis zum Ende des Studiums finanziert. Die Auswahl der Studenten wird von den am Deutschlandstipendium teilnehmenden Hochschulen getroffen. Maßgeblich hierfür sind vorbildliche Leistungen, besondere Talente sowie ehrenamtliches Engagement in weiten Teilen der Gesellschaft. Sie dienen der Nachwuchsförderung von morgen und der Unterstützung hohen Erfinder- und Entwicklungspotentials.

BAföG und Arbeitseinkommen- passt dies zusammen?

Bild Kindergeld Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres ist das Kindergeld meistens gesichert

Generell lässt sich sagen, dass Studierende, die mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, als Arbeitnehmer gelten. In den Semesterferien gilt diese Bestimmung nicht. In der Realität wird sich ein Halbtagsjob mit gleichzeitigem Studium jedoch nur unter großen Anstrengungen und extremer Selbstdisziplin verwirklichen lassen, sodass unter Umständen Dein Studium darunter leiden könnte. Die Regelung der 20 Stundengrenze pro Woche existiert daher im Sinne des Studierenden. Bezieher von BAföG dürfen im Bewilligungszeitraum pro Jahr 4.880 EUR brutto anrechnungsfrei hinzuverdienen. Dies entspricht einem monatlichen Betrag von 406,66 EUR. Wird dieser Betrag überschritten, erfolgt ein BAföGabzug. Außerdem werden bei der genannten Einkommensüberschreitung Sozialversicherungsabgaben fällig.

Kindergeld und BAföG

Seit 2012 wird Studenten bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres das Kindergeld unabhängig von BAföG -Leistungen gezahlt. Allerdings gilt auch hier, dass bei Überschreiten der Jahreseinkommensgrenze eine Reduzierung der BAföG -Zahlungen vorgenommen wird.

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