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Die Veränderung der Verdauung beim Baby

Grafik Verdauung des Babys Die Verdauung Ihres Babys wird sich in den ersten Monaten stetig verändern. (Einfach klicken zum Vergrößern).

Das Verdauungssystem eines Babys unterliegt in den ersten Monaten seines Lebens vielen Veränderungen. Wenn das Kind auf die Welt kommt, ist es von Natur aus in der Lage, die aufgenommene Muttermilch bzw. die Säuglingsnahrung zu verdauen. Dabei ist es in der Regel so, dass Stillbabys eine sehr lebhafte Verdauung besitzen: Die Windeln sind öfters am Tag voll und müssen auch dementsprechend häufig gewechselt werden. Drei bis vier Mal pro Tag stellen keine Seltenheit dar. Verdauungsprobleme treten bei jungen Babys (bis zum fünften Lebensmonat) sehr schnell auf, beispielsweise durch zu hastiges Trinken. Wie sich die Verdauung Ihres Babys im Laufe des ersten Jahres verändert und was Sie im Sinne der Kindesgesundheit beachten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wieso rumort das Babybäuchlein lautstark?

Viele Eltern sind beunruhigt, wenn das Bäuchlein Ihres Babys laut arbeitet und ein Rumoren zu hören ist. Dabei bedeuten diese Laute zwangsläufig nichts Schlechtes, oftmals ist genau das Gegenteil der Fall: Die körpereigenen Abwehrkräfte Ihres Kindes sind noch nicht voll entwickelt, die Verdauung unterstützt diese Entwicklung jedoch. Dabei entstehen laute Geräusche. Der Verdauungstrakt des Babys lernt nun, die Verarbeitung der verschiedenen Nahrungsstoffe zu bewältigen. Die Darmflora muss sich erst richtig aufbauen und auch die Darmbakterien sind noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden, in der sie beim ausgewachsenen Menschen zu finden sind. Manchmal werden bestimmte Nahrungsbestandteile nicht ausreichend verdaut, was zu einer Gärung und somit zu einer erheblichen Gasbildung führen kann.

Die Farbe des Stuhls in der Windel

In den ersten Lebensmonaten

Auch die Farbe und Beschaffenheit des Stuhls unterliegt in den ersten Lebensmonaten erheblichen Schwankungen. Der erste Stuhlgang den ein Baby nach der Geburt abgibt ist eine grünlich-schwarze Masse, welche auch "Kindspech" genannt wird. Durch die Milch, die Ihr Baby ab diesen Zeitpunkt zu sich nehmen wird, färbt sich auch der Kot mit der Zeit immer heller. Bei gestillten Kindern ist der Windelinhalt eher locker, manchmal fast schon flüssig. Er sieht gelb oder grün aus und riecht nicht unangenehm. Außerdem tendieren Stillbabys zu häufigerem Stuhlgang als Babys, die mit Flaschenmilch gefüttert werden. Zwei- bis dreimal am Tag Stuhlgang sind in den ersten 6 Wochen normal. Sofern Sie Ihr Kind in den ersten Lebensmonaten mit Säuglingsnahrung füttern, ist der Stuhl in der Regel jedoch etwas fester oder breiig. Er ist außerdem etwas dunkler, riecht aber ebenfalls nicht unangenehm. Die Menge des Stuhlgangs ist meist größer als bei Stillbabys, aber dafür ist die Windel seltener voll. Machen Sie sich außerdem keine Sorgen, wenn der Stuhlgang mal eine etwas gelbliche oder dunkelgrüne Färbung annimmt, denn das kann durchaus mal vorkommen.

Nach der Umstellung auf Breikost

Bild Karottenbrei für gute Verdauung Nach dem Umstieg auf Breikost wird der Stuhl Ihres Babys nach und nach fester werden.

Sobald Ihr Kind die erste feste Nahrung zu sich nimmt, hat das auch erhebliche Auswirkungen auf die Verdauung. Die Faustregel ist hierbei: Je mehr Brei bzw. feste Nahrung Ihr Kind aufnimmt, desto fester wird auch der Stuhl. Außerdem nimmt dieser nun einen strengen Geruch und unterschiedliche Farben an, je nach dem was Ihr Baby isst. Erschrecken Sie nicht, wenn der Kot Ihres Babys auf einmal grün oder rötlich ist. Überlegen Sie erst, ob Ihr Kind färbende Lebensmittel, wie rote Bete oder Spinat gegessen hat. Außerdem nimmt nun auch die Häufigkeit des Stuhlgangs immens ab. Wichtig: Geben Sie Ihrem Kind neben der Nahrung nun auch genug zu Trinken, da es ansonsten unter Verstopfung leiden könnte. Wenn Ihr Baby nur noch einmal in der Woche oder noch seltener Stuhlgang hat und dieser auch noch hart und trocken ist, weist das auf eine Verstopfung hin.

Mögliche Verdauungsprobleme des Babys

Blähungen

Eine übermäßige Gasansammlung im Verdauungskanal führt zu Blähungen. Damit sind viele unterschiedliche Gase gemeint, welche auf unterschiedliche Art und Weise entstehen können. Das kann zum Beispiel auch passieren, wenn Ihr Baby zu schnell trinkt und deswegen viel Luft verschluckt. Ein Bäuerchen nach dem Essen hilft, Blähungen vorzubeugen. Es sollte immer erst ganz am Schluss gemacht werden, nicht wenn Ihr Baby kurz absetzt oder Sie die Brust wechseln. Häufig ist es schwierig Blähungen zu identifizieren, da viele Babys keine eindeutigen Symptome aufweisen. Anzeichen auf die Sie achten können sind, wenn Ihr Baby plötzlich aufhört zu saugen, das Gesicht schmerzlich verzerrt und sich nach dem Stillen windet und nicht einschlafen kann. Stillbabys leiden seltener an Blähungen, da Sie den Milchfluss besser regulieren können und somit weniger Luft schlucken. Eine leichte Bauchmassage mit kreisenden Bewegungen könnte die Beschwerden ebenfalls lindern. Zum Arzt müssen Sie mit Blähungen erst gehen, wenn Ihr Baby nach jeder Mahlzeit schreit, der Stuhlgang extrem flüssig/extrem fest ist oder das Baby das Trinken verweigert.

Verstopfung

Eine mögliche Ursache für eine Verstopfung beim Baby, kann die Umstellung auf Breikost sein. Es kann passieren, dass Ihr Kind einige Bestandteile der Nahrung nicht verträgt oder der Verdauungstrakt noch nicht ausreichend entwickelt ist, um diese zu verdauen. Achten Sie also darauf, wie sich der Stuhlgang Ihres Kindes nach bestimmten Lebensmitteln verändert. Außerdem kann auch psychischer Stress zur Verstopfung führen, wie zu Beispiel eine lange Autofahrt in den Urlaub, wenn Ihr Baby diese nicht mag. Es wurde zudem festgestellt, dass Stillbabys seltener an Verstopfung leiden als Flaschenbabys, da die Muttermilch besser verdaulich ist. Achten Sie bei einem Flaschenbaby darauf, dass Sie kein kalkhaltiges Wasser verwenden, da dieses den Stuhl verhärten kann. Anzeichen für eine Verstopfung sind harter, trockener Stuhl, welcher Ihrem Baby Schmerzen bereitet, sowie ein verhärteter Bauch und Appetitlosigkeit. Um eine Verstopfung vorzubeugen, sollten Sie Ihrem Kind ausreichend Wasser geben. Geben Sie Ihrem Kind ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Trauben und Äpfel, verzichten Sie auf stopfende Lebensmittel, wie Bananen und achten Sie allgemein auf eine gesunde Ernährung. Wie bei der Blähung hilft auch hier eine leichte Bauchmassage, um die Darmtätigkeit anzuregen. Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn die Beschwerden über mehrere Tage anhalten oder sogar schlimmer werden.

Durchfall

Bild Baby nuckelt an Flasche Bei Durchfall sollte Ihr Kind möglichst viel trinken, um den entstandenen Flüssigkeitsmangel auszugleichen.

Wenn ein Baby mehr als fünf Mal dünnen Stuhlgang pro Tag hat, welcher noch dazu unangenehm riecht, spricht man von Durchfall. Er ist immer mit einem Flüssigkeitsverlust verbunden, welcher im schlimmsten Falle zu einer Dehydration führen kann. Meist wird Durchfall von verschiedenen Viren und Bakterien ausgelöst, welche zu einer Darminfektion führen. Aber auch verdorbene Lebensmittel oder eine Lebensmittelunverträglichkeit können zu Durchfall führen. Sollte Ihr Baby Durchfall haben, dann sollten Sie zunächst die Temperatur messen. In Verbindung mit Fieber und/oder Erbrechen, kann Durchfall auf eine Infektion hinweisen. Suchen Sie in diesem Fall unbedingt einen Arzt auf. Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, muss Ihr Baby sehr viel trinken. Um sich und das Baby vor weiteren Ansteckungen zu schützen und die Viren nicht weiter zu verbreiten, sollten Sie Ihr Hände sehr häufig und gründlich waschen (vor allem nach dem Windelwechseln). Wenn der Stuhl weiß ist, Ihr Kind weitere Symptome zeigt, die Bauchdecke sehr hart ist und der Durchfall schon länger als sechs Stunden anhält, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Die Verdauung jedes Kindes ist unterschiedlich

In Bezug auf die Verdauung gilt auch, dass diese bei jedem Kind völlig anders vonstattengehen kann. Einige Kinder haben sehr oft die Windeln voll, bei anderen kann es dagegen durchaus nur alle zwei Tage der Fall sein, dass die Windeln wegen Stuhlgangs gewechselt werden müssen. Mehr Informationen rund um das Thema Wickeln erfahren Sie im Ratgeber: Wie wickle ich mein Baby richtig?
Aber egal wie oft die Windel gewechselt werden muss, sollten Sie sich keine Sorgen machen. Sofern Sie merken, dass sich Ihr Kind dabei wohlfühlt und nicht unter lang anhaltenden Beschwerden leidet, besteht also kein Grund zur Panik. Das gilt allerdings nicht für nasse Windeln. Sollte Ihr Baby nicht mehrere Male am Tag Wasserlassen, sollten Sie dies ärztlich abklären lassen. Ein Besuch beim Kinderarzt wegen des Stuhlgangs ist nur dann notwendig, wenn Ihr Kind über mehrere Tage konsequent unter Verdauungsproblemen, wie Verstopfung oder Blähungen leidet. Suchen Sie auch dann einen Arzt auf, wenn der Stuhl von einer sehr außergewöhnlichen Farbe gekennzeichnet ist, wie etwa weiß oder blutrot.


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