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Was kann man gegen Mobbing tun?

Mobbing kann jeden treffen

Was kann man gegen Mobbing tun?

Mobbing ist ein äußerst belastendes Thema für alle Betroffenen und kann jeden treffen, denn es gibt weder ein typisches Mobbingopfer noch allgemeine Verhaltensregeln, um sich vor Mobbing-Attacken schützen zu können. Mobbing steht im engeren Sinne für Psychoterror, bei dem Menschen verbal, psychisch und körperlich durch ein oder mehrere Personen belästigt werden. Typisches Mobbing besteht demnach zum Beispiel aus der Verbreitung falscher Tatsachen, der Androhung von Gewalt oder der ständigen Kritik. Die Motive reichen dabei von übertriebenem Ehrgeiz und Existenzangst über Neid bis hin zu eigener Frustration.

Wer von Mobbing betroffen ist oder mitbekommt, dass eine Person im Bekanntenkreis gemobbt wird, der sollte einen genauen Mobbing-Plan aufstellen, um dem Mobbing rechtzeitig entgegenwirken zu können. 

Mobbingplan:

  1. Selbstbewusstsein zeigen & sich wehren
  2. Analyse der Situation & Eigenanteil identifizieren
  3. Mobbing-Tagebuch führen
  4. Aussprache suchen
  5. Öffentlichkeit herstellen & Unterstützung suchen
  6. Isolation vermeiden
  7. Körperlichen & geistigen Ausgleich schaffen

Besonders wichtig ist es, Selbstbewusstsein zu zeigen und sich bereits von Anfang an zu wehren. Denn je früher Sie sich dem Mobbing widersetzen, desto größer ist die Chance den Konflikt im Keim ersticken zu können. Sofern der Angreifer merkt, dass sich sein Gegner wehrt, bringt ihn das aus dem Konzept und er verliert die Lust an weiteren Mobbing-Attacken. Zudem sollten Sie die Mobbing-Situation analysieren. Denken Sie darüber nach, welchen Einfluss Sie auf das Mobbing haben, wo Sie möglichen Mobbing Vorschub liefern und wo Ihre persönlichen Stärken und Schwächen liegen. Ein Mobbing-Tagebuch mit Datum, Akteuren, Zeugen und eigenen Befindlichkeiten zu führen ist zum einen wichtig, um Beweise zu sichern und zum anderen, um den Frust und das Leid von der Seele schreiben zu können. Wichtig ist es auch, die Aussprache mit dem Gegner zu suchen und ihn um ein offenes „Vier-Augen-Gespräch“ zu bitten. Das Gespräch sollte von Ihrer Seite möglichst sachlich und frei von persönlichen Angriffen sein. Behalten Sie das Mobbing nicht für sich, gerade in der Schule oder am Arbeitsplatz ist es wichtig, höhere Stellen und (Arbeits-) Kollegen zu informieren. Aber auch ein guter Gesprächspartner aus dem Verwandten-, Bekannten- oder Freundeskreis ist äußerst wichtig, der Ihnen nicht nur hilft mit der Situation umgehen zu können, sondern Ihnen auch moralischen Rückhalt liefert. Sofern Sie dennoch das Gefühl haben mit der Situation überfordert zu sein, ist es ratsam eine Selbsthilfegruppe oder psychologische Beratung aufzusuchen. Besonders wichtig ist es außerdem, Isolation zu vermeiden, da Sie sich so nur weiter in die Opferrolle einbringen. Um den Kopf freizubekommen, ist es außerdem ratsam, einen körperlichen und geistigen Ausgleich zu schaffen.

Konsequenzen ziehen

Was kann man gegen Mobbing tun?
Hilft dennoch nichts und das Mobbing gegen Sie wird weiter fortgesetzt, so können Sie sich Hilfe von höheren Stellen holen und von Ihrem Beschwerderecht Gebrauch machen, denn das Betriebsverfassungsgesetzt erlaubt jedem Arbeitnehmer, sich über ungerechte Behandlung bei dem Arbeitnehmer zu beschweren. Dieser kann zunächst für eine Verbesserung der Situation sorgen oder eine Androhung oder Aussprache einer Abmahnung geltend machen. Des Weiteren kann Mobbing angezeigt werden, auch wenn es sich dabei nicht um einen eigenständigen juristischen Tatbestand halten. Dennoch greifen oftmals andere Straftatbestände, wie Beleidigung (§ 185 StGB), üble Nachrede (§ 186 StGB), sexuelle Nötigung (§ 177 StGB) oder Körperverletzung (§ 223 StGB). Allerdings liegt die Beweislast bei Ihnen.

 
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