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Hamsterratgeber

Hamsterratgeber: Typische Krankheiten und der Umgang mit ihnen

hamster Es gibt viele Anzeichen für eine Erkrankung bei Hamstern auf die man achten sollte.

Was tun wenn der Hamster krank ist?

Sollte sich Ihr Hamster einmal auffällig anders als sonst verhalten oder sein Aussehen verändern, sollten Sie schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen. Anzeichen für eine Erkrankung sind Appetitlosigkeit, Ausfluss aus Nase oder Augen, Röcheln, Niesen, Husten, Unregelmäßigkeiten im Fell, ein verklebter oder nasser After, Borken, Aggressivität, Teilnahmslosigkeit, Durchfall und blutiger Urin. Allgemein gilt, dass es extrem wichtig ist, dass Sie als Besitzer das Verhalten und die Gewohnheiten Ihres Tieres sehr genau kennen. Nur so können Sie bemerken und einschätzen, wann sich Ihr Tier auffällig und anders als sonst verhält und Sie besser einen Tierarzt konsultieren sollten.

Im Folgenden stellen wir die typischsten Erkrankungen bei Hamstern vor und zeigen, wie Sie sich als Halter im Ernstfall verhalten sollten.

Typische Hamsterkrankheiten

Durchfall

Durchfall erkennt man am Tier selbst oft nicht, weil der Hamster sich als reinliches Tier sehr gründlich putzt. Im Nest und Gehege können Sie den Durchfall jedoch leicht erkennen: Der Kot ist dann meist schmierig oder breiig und riecht ungewöhnlich streng und stark. Durchfall tritt verhältnismäßig häufig auf und kann unterschiedliche Ursachen haben. Meist spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die eine Infektion zum Ausbruch bringen. Ursachen sind Bakterien, Viren und Einzeller (z.B. Colibacillose oder Salmonellose) - zum Ausbruch kommt es durch fehlende Hygiene im Käfig, Parasiten (siehe unten) oder schlechtes Futter. Auch eine zu schnelle Umstellung des Futters kann die Ursache sein, gerade wenn sie den Hamster neu zu sich genommen haben. Vor allem junge Tiere müssen ganz langsam und allmählich an neues Futter gewöhnt werden, weil der Darm eine schnelle Umstellung nicht verkraftet. Auch wenn frisches Futter gespritzt und nicht ausreichend gewaschen wurde kann Durchfall auftreten. Zu nass darf das Frischfutter auch nicht sein.

Behandlung: Tritt bei Ihrem Hamster Durchfall oder verschmierter Kot auf und verhält er sich ansonsten normal, dürfen Sie ihm kein Frischfutter mehr reichen. Stellen Sie auf ungesüßten Tee, Haferflocken und Knäckebrot um. Hat sich nach einem Tag keine Besserung eingestellt, suchen Sie einen Tierarzt auf. Wahrscheinlich handelt es sich in diesem Fall um eine schwere Infektion, die durch einen Fachkundigen untersucht werden muss.

Parasiten und Hautpilz

Nagetiere sind in der Natur klassische Wirte für Parasiten aller Art. Obwohl dieser Umstand bei Tieren aus der Zucht nahezu ausgemerzt ist, kommt Parasitenbefall gelegentlich vor. Symptome sind Juckreiz, Haarausfall und verkrustete Haut genauso wie kahle und schorfige Stellen. Hautpilz hat dieselben Symptome. Wichtig ist hierbei, dass Sie auch auf das Alter des Tieres achten: Bei sehr alten Tieren kommt dies auch schon manchmal ohne ernsthaft vorliegende Erkrankung vor.

Behandlung: Bei Verdacht auf Parasiten, einen Hautpilz oder Milben ist ein Tierarztbesuch in diesem Falle unerlässlich, da eine Probe der Hamsterhaut zur Feststellung des Befalls entnommen werden muss. Sollte der Befund positiv sein, müssen Sie im Käfig alle Dinge aus Holz entfernen und ersetzen und alles andere gründlich desinfizieren. Der oft aggressive Hautpilz ist auch auf den Menschen übertragbar! Ist Ihr Tier erkrankt reicht nicht die einfach Reinigung der Hände - jeder, der mit dem Hamster in Kontakt kommt, muss danach die Hände gründlich desinfizieren. Um von vornherein das Risiko einer solchen Erkrankung zu mindern, müssen Sie auf die Seriosität des Verkäufers achten!

Zahnprobleme

Hamster Die Nagezähne der Hamster müssen ständig abgenutzt werden um eine Nahrungsaufnahme zu gewähren.

Die Nagezähne der Hamster wachsen ständig nach und müssen deshalb immer wieder abgenutzt werden. Geschieht dies nicht oder in zu geringem Maße, deformieren sie oder brechen ab. Bei einer Deformierung muss ein Tierarzt die Zähne beschneiden oder den Hamster einschläfern, da die Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist. Brechen die Zähne ab, geben Sie dem Tier eine Mischung aus Mineralstoffen, um das Wachstum zu fördern.

Prävention: Zur Vorbeugung sollte der Hamster stets genug Holz und hartes Futter zum Knabbern haben. Normale Zähne sollten so zueinanderstehen, dass sie sich beim Knabbern gut abnutzen können. Von der Farbe her sollte die Zahnvorderseite gelb bis orange sein. Behalten Sie die Zähne des Hamsters immer gut im Auge, reguliert sich die Zahnabnutzung nicht von selbst, gehen Sie auf jeden Fall sofort zum Tierarzt. Weitere Informationen dazu erhalten Sie im Ratgeber zur Zahnpflege bei Haustieren.

Erkältung

Die Symptome unterscheiden sich nicht von denen beim Menschen - Husten, Niesen, Keuchen, verklebte Augen. Der Käfig sollte an einem ausreichend warmen Ort stehen, außerdem dürfen Hamster weder Zufluft noch Feuchtigkeit ausgesetzt werden.

Behandlung: Hat sich das Tier erkältet, stellen Sie die Ursache fest und beseitigen Sie sie. Stellt sich innerhalb eines Tages keine Besserung ein, suchen Sie den Tierarzt auf.

Borken

Beim sogenannten Lippengrind bilden sich hässliche Krusten und Borken an der Schnauze des Hamsters. Im Extremfall zieht sich die Erscheinung über das ganze Gesicht. Ursächlich sind Pilze und Bakterien, die durch Mangelerscheinungen oder zum Beispiel durch schlechtes Futter hervorgerufen werden.

Behandlung: Stellen Sie in leichten Fällen die Ernährung um - jedoch langsam, um Durchfall zu vermeiden! - und suchen Sie in schweren Fällen den Tierarzt auf.

Gehirnhautentzündung

Die sogenannte Lymphozytäre Choriomeningitis (LCM), allgemein als Gehirnhautentzündung bekannt, tritt ausschließlich bei Hamstern im Alter bis drei Monate auf. Sie ist deshalb gefährlich, weil die Symptome nicht auffällig sind, die Krankheit aber auf den Menschen übertragen werden kann. In der Regel ist eine Infektion nicht gefährlich, außer für ungeborenes Leben im Mutterleib. Schwangere Frauen sollten sich deshalb von Hamstern fernhalten, die nicht älter als drei Monate sind.

Verletzungen

Kleinere Verletzungen wie Bisswunden heilen meist schnell. Eine Behandlung der Wunde ist nicht nötig, da Hamster die Heilung durch stetes Lecken selbst fördern. Auf Stürze reagieren Hamster meist mit Schock und bleiben regungslos liegen. Legen Sie das Tier daraufhin in seinen Käfig zurück und beobachten es. Dauert der Zustand des Schocks sehr lang, muss ein Tierarzt hinzugezogen werden. Wieder auf den Beinen, müssen Sie auf ungewöhnliche Bewegungsabläufe bzw. Veränderungen im Gangbild achten. Diese könnten auf Brüche oder innere Verletzungen hinweisen. Auch in diesem Fall ist der Tierarzt aufzusuchen.

Erkrankung der Backentaschen

Hamster essen Zuckerhaltige Nahrung kann zu Entzündung der Backentaschen führen.

Die Backentaschen des Hamsters können sich entzünden. Ursachen können zu viel zuckerhaltige Nahrung, Verletzungen zum Beispiel durch den Transport von spitzem Futter oder Infektionen sein. Auch zu viel Stress kann eine Ursache sein. Der Hamster neigt dazu, sich bei Stress (beispielsweise durch zu häufiges Wecken oder das Entfernen seiner Vorräte) zu viel Futter auf einmal in seine Backentaschen zu stopfen. Es können sich in solchen Fällen Futterklumpen bilden, die der Hamster nicht mehr selbst aus den Backentaschen entfernen kann. Der Tierarzt sollte das in diesem Fall für den Hamster übernehmen. Durch Süßigkeiten kommt es besonders oft zu verstopften Backentaschen. Darunter fallen auch im Zoohandel leider immer noch erhältliche Futtermittel wie Knabberstangen, Hamsterwaffeln, Drops oder andere Leckereien. Diese enthalten Zucker und verkleben so ganz häufig die Backentaschen des Hamsters. Auch ungeeignetes Nistmaterial wie Stoffreste oder Hamsterwatte haben diesen Effekt - auf sie sollte daher verzichtet werden. Da der Hamster die Backentaschen für seine Ernährung braucht, muss eine Erkrankung sofort vom Tierarzt behandelt werden. Symptome sind Ausfluss von Speichel und Zähneknirschen.

Leider werden Hamster auch bei artgerechter Haltung und sehr guter Pflege inkl. medizinischer Versorgung nicht besonders alt. Das liegt daran, dass sie einfach grundsätzlich eine sehr geringe Lebenserwartung haben. Ist der traurige Zeitpunkt des Abschieds einmal gekommen, können Sie sich in unserem Ratgeber Tierbestattung: Abschied nehmen vom Tier über verschiedene Möglichkeiten der Tierbestattung informieren.

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