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Pferderatgeber

Pferdeanhänger - für den sicheren Pferdetransport

Für den Transport von Pferden zum Turnier, zum Tierarzt, bei Halterwechseln oder für Ausritte in weiter entfernten Gegenden kommt ein Pferdeanhänger zum Einsatz. Dieser erfüllt die Sicherheitsanforderungen für den Transport von Pferden im Straßenverkehr. Ein Pferd gilt als „verladefromm“, wenn es einfach an seine Position im Pferdeanhänger geführt werden kann und während dem Transport gelassen bleibt.

Begriffsdefinition Pferdeanhänger

Pferdeanhänger verfügen über keinen eigenen Motor, sondern werden an ein geeignetes Fahrzeug mit Anhängerkupplung angehängt. Sie sind speziell für den Transport von Tieren gebaut, daher dürfen darin nur Tiere transportiert werden. Ihr Leergewicht beträgt zwischen 600 bis 800 Kilogramm. Aufgrund des hohen Gewichtes im beladenen Zustand ist ein leistungsstarkes Zugfahrzeug mit ausreichender Anhängelast erforderlich. Diese muss höher sein als das zugelassene Maximalgewicht des Anhängers.

Verschiedene Arten von Pferdeanhängern

Die häufigste Variante ist der Pferdeanhänger mit Tandemachse und zwei Standplätzen nebeneinander, wobei die Pferde in Fahrtrichtung stehen. Verladen wird über die Verladerampe an der Hinterseite des Anhängers, an der Vorderseite befindet sich lediglich eine kleine Versorgungsklappe. Das gleiche System gibt es auch in der schmalen Ausführung für den Transport von einem Pferd und für ein schweres Pferd im 1,5er Anhänger. Ältere Pferdeanhänger haben eine Unterkonstruktion aus Stahl und Holz, was sehr robuste und langlebige Materialien sind. Die Abdeckung ist entweder ein Metallgerüst mit Plane oder eine Kunststoffschale. Moderne Pferdeanhänger sind vollständig aus Kunststoff gefertigt. Die robusteste und sicherste Ausführung sind aus Metall geschweißte Anhänger, sie sind jedoch auch die Variante mit dem höchsten Leergewicht und daher nicht für alle Zugfahrzeuge geeignet.

Anforderungen an Pferdeanhänger

Die Rahmenbedingungen für Pferdeanhänger ergeben sich aus den Anforderungen an die Straßenverkehrssicherheit. Aufgrund des hohen Gewichts verfügen die meisten Pferdeanhänger über eine Auflaufbremse. Die Hinterseite des Anhängers weist die vorgeschriebenen Beleuchtungen auf und wird über einen Stecker mit der Elektronik des Zugfahrzeuges verbunden. Selbstverständlich sollte der Anhänger regelmäßig einer technischen Prüfung unterzogen werden. Damit Verschlüsse sich nicht unbeabsichtigt lösen können, ist an jedem Teil ein Sicherungssplint vorgesehen. Dies betrifft die Sicherungsstangen im Innenraum, die Versorgungstür, und die beiden Verschlüsse seitlich an der Verladerampe. Über die sicherheitsrelevanten Aspekte hinaus ist es wünschenswert, dass in einem Pferdeanhänger eine ausreichende Belüftung vorhanden ist und Tageslicht in den Innenraum gelangt. Eine zusätzliche elektrische Beleuchtung im Innenraum kann sinnvoll sein. Der Boden sollte massiv ausgeführt und mit einer rutschfesten Oberfläche versehen sein. Auch die Verladerampe sollte rutschfest sein. Um die Pferde im Anhänger sicher anbinden zu können, sollten massive Ösen vorhanden sein.

Pflege von Pferdeanhängern

Ein wettergeschützter Abstellplatz schützt den Anhänger vor korrosiven Einflüssen wie intensiver Sonneneinstrahlung, Regen und Bodenfeuchtigkeit. Nach Gebrauch ist der Innenraum von Verunreinigungen zu befreien und darauf zu achten, dass sich keine Staunässe bildet. Kontrollieren Sie regelmäßig den Zustand der Reifen. Insbesondere nach längeren Standzeiten kann die einseitige Belastung zu Beschädigungen führen. Ist der Pferdeanhänger im Winter auf salzgestreuten Straßen benutzt worden, sollten Sie Ihn vor dem Abstellen kurz mit Wasser abspritzen.

Verladetraining - Pferde an den Pferdeanhänger gewöhnen

Im Idealfall lernt schon das Fohlen mit seiner Mutter im Pferdeanhänger mitzufahren. In vielen Fällen ist dies jedoch nicht möglich oder es ist aufgrund eines Zwischenfalls nötig geworden, ein solides Verladetraining von Grund auf durchzuführen. In der Gewöhnungsphase wird der Pferdeanhänger in das Alltagstraining mit eingebunden. Meist genügt es am Anfang, das Pferd in der Nähe des Anhängers grasen zu lassen oder ihm dort die Mahlzeit nach dem Training zu füttern. Die Gewöhnung an die Geräusche beim Öffnen von Türen und Verladeklappe, schließen der Stangen, beim Betreten der Rampe, die im Wind flatternde Plane (sofern vorhanden) und alle weiteren Geräusche und Bewegungen, die am jeweiligen Anhänger vorkommen können. Dabei ist vor allem Geduld gefragt. Im weiteren Verlauf kann je nach Pferd die Fütterung im Anhänger gemacht werden oder der Futtereimer jedes Mal ein kleines Stückchen weiter die Rampe hinauf und in den Innenraum hinein geschoben werden. Mit dieser Methode kann erreicht werden, dass das Pferd ohne Zwang freiwillig den Anhänger betritt, sich an seine vorgesehene Position begibt und dort etwas Positives erwartet. Es gibt zahlreiche weitere Methoden das Verladetraining durchzuführen.

Fahren mit beladenem Pferdeanhänger

Um in Deutschland mit einem Pferdeanhänger fahren zu dürfen, ist wegen des hohen Anhängergewichts seit Januar 1999 die zusätzliche Fahrerlaubnis BE erforderlich. Beim den vorherigen Führerscheinklassen war das Fahren mit Anhänger in der Klasse 3 enthalten. Zudem sieht die Pferdetransport-Verordnung vor, dass für gewerbliche Transporte diverse Nachweise über Sachkenntnis, Befähigung und die transportierten Pferde mitgeführt werden. Privatpersonen sollten beim Pferdetransport einen Sachkundenachweis mitführen. Dass mit einem beladenen Pferdeanhänger möglichst behutsam gefahren werden sollte, ist selbstverständlich. Durch vorausschauendes Fahren und angepasste Geschwindigkeit können abrupte Bremsmanöver vermieden werden. Insbesondere in engen Kurven wirken teils große Fliehkräfte auf die Pferde, daher sollte hier die Geschwindigkeit deutlich reduziert werden. Mit Anhänger darf nicht schneller als 80 km/h beziehungsweise im nachweislich TÜV-geprüften Gespann 100 km/h gefahren werden. Planen Sie regelmäßige Pausen ein, um die Tiere mit Wasser zu versorgen. Auf längeren Fahrten ist es empfehlenswert ein gefülltes Heunetz aufzuhängen.

 

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