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Pferderatgeber

Spiele mit Pferden – Spaß und Erziehung zugleich

Bild von Pferd Pferde lieben es, unbeschwert herumzutollen.

In einem wesentlichen Aspekt gleichen sich Mensch und Pferd: Eine freundliche sowie entspannte Atmosphäre steigert den Lernerfolg. Ebenso verhält es sich mit der Motivation – wie bei allen Lebewesen wirkt positive Bestätigung beim Pferd im Gegensatz zu Druck und Strafe entsprechend motivierend auf das Tier. Optimal ist dabei die Verbindung von Erziehung und Spaß. Durch den Einsatz von Spielen können Sie ein Gleichgewicht zwischen den beiden Aspekten erreichen.

Wege der Pferdeerziehung

Entscheidend bei der Erziehung eines Pferdes ist, dass der Halter sich voll und ganz auf das Wesen des Tieres einlässt. Ein pferdegerechter Weg der Erziehung muss entsprechende Aspekte während der Ausbildung berücksichtigen:

  1. Pferde sind keine Maschinen oder Sportgeräte. Es handelt sich um Individuen, denen entsprechender Respekt entgegen gebracht werden muss. Sie funktionieren nicht auf Knopfdruck!
  2. Jedes Pferd hat eine individuelle Persönlichkeit, die Sie berücksichtigen müssen! Nehmen Sie sich Zeit, Ihr Pferd kennenzulernen und sich so mit seinem Wesen vertraut zu machen.
  3. Grundsätzlich sind Pferde soziale Tiere, die auf Kooperation geeicht sind und gefallen wollen.
  4. Pferde legen es nie darauf an, ihre Halter bzw. den Reiter durch Widersetzlichkeit zu ärgern. Probleme haben immer eine Ursache, die es zu ergründen gilt!
  5. Pferde sind von Natur aus Fluchttiere und haben oftmals wirre, düstere Gedanken und damit verbundene Ängste, die für uns häufig nicht augenscheinlich sind.
  6. In einer freundlichen, entspannten sowie ruhigen Atmosphäre arbeiten und lernen Pferde am besten.
  7. Vertrauen ist die Wurzel für ein harmonisches Miteinander. Damit ein Pferd sich überhaupt entspannen kann und bereits ist, von uns etwas zu lernen, muss es vertrauen.
  8. Ein vertrauensvolles Miteinander erzielen Sie niemals mittels Gewalt.
  9. Positive Bestätigung ist die Quelle der Motivation.
  10. Der Einsatz von Zwang hilft weder dem Pferd noch dem Reiter. Unsere Aufgabe als Mensch ist es, das Gewünschte so an das Tier zu vermitteln, das es dies gerne und mit Freude tut.

Spiele mit dem Pferd

Bild von Pferden Auch Wasser kann als spielerisches Element Teil des Alltags sein.

Die Vielfalt an Spielen ist riesig. Aus dem Pool an Möglichkeiten das geeignete Spiel für das eigene Pferd zu finden, stellt viele Halter vor eine große Herausforderung. Zudem gilt es zu beachten, dass nicht jedes Spiel jedes Pferd in Begeisterung versetzt – ähnlich wie der Mensch, haben auch Pferde individuelle Vorlieben.

 

  • Podeste. Manche Pferde lieben beispielsweise das Arbeiten mit Podesten: Angesichts der Erhebung heben viele Tiere automatisch einen Huf und schwups, stehen sie auch schon mit beiden Vorderhufen darauf. Für den Halter bedeutet der Einsatz von Podesten, besondere Vorsicht bzw. Aufmerksamkeit walten zu lassen – es besteht die Gefahr, dass das Tier abrutscht und sich an den Beinen verletzt. Um einen Sehnenschaden vorzubeugen, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Person.

 

  • Teppiche. Das sogenannte Teppich-Aufrollen steht bei vielen Pferden hoch im Kurs: Rollen Sie etwas zu Essen in den Teppich ein und lassen Sie das Pferd danach suchen. Vor dem Rollende sollte ein Häufchen Futter bereitliegen, um das Interesse des Pferdes zu wecken. Das Pferd begibt sich in der Regel augenblicklich auf die Suche nach dem Futter und stupst mit der Nase gegen die Rolle. Das Verhalten kann dabei mittels Clicker sowie Lobwort positiv bestärkt werden. Hat Ihr Pferd verstanden, dass unter der Rolle Futter liegt, können Sie beim nächsten Mal die Futterstraße im Teppich unterbrechen und nur noch sporadisch einen Leckerbissen auslegen.

 

  • Klappersack. Das Arbeiten mit dem Klappersack stellt eine Option dar, mit der Halter das Pferd auf eine stressfreie Art mit etwas Neuen vertraut machen können. Beim Klappersack selbst handelt es sich um einen Jutesack, der mit leeren Blechdosen gefüllt, anschließend zugenäht und mit einem Strick versehen wird (Achtung vor scharfkantigen Rändern!). Der Klappersack wird in einem umzäunten Areal auf den Boden gelegt. Streuen Sie Körnerfutter, wie z. B. Müsli oder Hafer auf den Beutel und den umliegenden Boden. Führen Sie das Pferd auf den Platz und belohnen Sie es für jede Aufmerksamkeit, die es hinsichtlich des Klappersacks zeigt. Auf diese Weise lotsen Sie das Tier unterschwellig zum Sack und steigern dessen Neugier. Zeigt Ihr Pferd große Angst vor dem Sack, kann ein in der Nähe des Jutebeutels positionierter Futtereimer Abhilfe schaffen (diesen stellen Sie dann immer näher zum Sack und arbeiten sich auf diese Weise Stück für Stück vor). Stößt das Tier schließlich auf den Beutel, wird die Nase des Pferdes ein Klappern auslösen, welches den Dosen im Sack geschuldet ist. Loben Sie Ihr Pferd! Nachdem das Pferd das auf dem Sack befindliche Futter vertilgt hat, wird es auf der Suche nach weiteren Leckereien sicherlich mutiger und mit mehr Nachdruck an dem Sack ziehen. Mit dieser Übung stärken Sie das Selbstbewusstsein des Tieres auf spielerische Art und Weise. Die Übung lässt sich weiter ausbauen, indem Sie den an dem Sack befestigten Strick ergreifen und mit dem Klappersack ein paar Schritte rückwärts von Ihrem Pferd weg gehen. Bleiben Sie dann stehen und streuen Sie erneut Futter auf den Beutel. Folgt Ihnen Ihr Pferd und frisst wieder, gehen Sie erneut ein paar Schritte weg und lassen das Pferd folgen. Damit vermitteln Sie dem Tier das Gefühl, dass der weichende Gegenstand gänzlich ungefährlich ist.

 

  • Gymnastikball. Das Spielen mit einem großen Ball stellt die Besitzer oftmals vor eine große Herausforderung. Die Kunst liegt zum einen darin, dem Pferd die evtl. vorhandene Angst vor dem Ball zu nehmen. Zum anderen muss es dem Menschen gelingen, die Motivation des Pferdes zu wecken, aktiv als auch selbstständig mit dem Gymnastikball umzugehen. Scheut Ihr Pferd vor dem Ball, machen Sie sich wieder die Kraft des Futtereimers zunutze: Platzieren Sie diesen in der Nähe des Balls und lassen das Pferd fressen. Verringern Sie die Entfernung zwischen Eimer und Ball kontinuierlich. Weitere Infos zu ängstlichen Pferden erhalten Sie im Ratgeber Was tun bei ängstlichen oder frechen Pferden? Vermeiden Sie es, den Ball auf das ängstliche Pferd zuzurollen. Der Ball würde auf das Pferd den Eindruck eines potenziellen Angreifers wecken. Vielmehr muss der Ball zu Beginn der Übung langsam vom Pferd weg bewegt werden. So vermitteln Sie dem Pferd das Gefühl, es sei der Stärkere und habe damit die ranghöhere Position inne. Wichtig: Belohnen Sie jegliches Interesse an dem Ball mit freudigem Loben. Ein zufälliges Gegenstoßen zählt dabei ebenso wie ein gezieltes Anstupsen des Objekts mit der Nase. Hilfreich kann das Stimmkommando „Ball“ oder „spiel Ball“ sein. Das Ziel: Das Tier soll den weggekickten Ball schlussendlich verfolgen und in Eigenregie damit spielen. Je mehr Spaß das Tier hat, desto unwichtiger werden schließlich die Leckerlis (diese sollten nur dazu dienen, dass Spiel zu erklären und Ängste zu überwinden bzw. die Motivation des Pferdes für das Spiel zu wecken).

 

 

Bildquellen:

Bild 1: © Castenoid / Fotolia

Bild 2: © Joe Desjardins / Fotolia.com

 

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