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Pferderatgeber

Triebige Pferde - Defintion, Ursachen und Maßnahmen zur Motiviation

Triebigkeit beziehungsweise Faulheit bei Pferden ist in vielen Fällen problematisch, in anderen Fällen durchaus erwünscht und häufig sogar durch die Rassezugehörigkeit des betroffenen Pferdes bedingt. Für den Anfänger ist ein triebiges Pferd sicherer zu reiten, als ein feinfühliges und lauffreudiges. Wird ein ansonsten eher lauffreudiges Pferd plötzlich faul, dann sollte auch der Gesundheitszustand abgeklärt werden.

Begriffsdefinition faule Pferde

Faulheit bei Pferden wird vor allem beim Reiten unangenehm, wenn der Reiter eigentlich ein schnelleres Tempo wünscht, als das Pferd zu leisten bereit ist. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Pferden, deren Naturell eher gemütlich ist und Pferden, die nur unter dem Sattel triebig werden. Der Unterschied zeigt sich im Auslauf, wo von Natur aus faule Pferde viel Zeit mit Dösen verbringen, während lauffreudige Pferde immer in Bewegung bleiben. Triebigkeit kann auch aus gesundheitlicher Beeinträchtigung entstehen. Vor allem Erkrankungen und Verletzungen in den Beinen, in der Sattellage oder im Kopfbereich können zur Leistungsverweigerung und damit Triebigkeit führen.

Verhaltensbeschreibung

Faule Pferde reagieren zu wenig oder gar nicht auf treibende Hilfen. Bei ihnen ist es mühsam, ein Arbeitstempo herzustellen, das die Voraussetzung für gutes Training ist. Gangartwechsel in die nächst höhere Gangart fallen schwer, viele sträuben sich gegen das Galoppieren unter dem Sattel und fallen bereits nach ein paar Galoppsprüngen wieder in den Trab. Im Extremfall rührt sich das Pferd nach dem Aufsteigen überhaupt nicht von der Stelle, obgleich der Reiter auf seinem Rücken Schenkelhilfen, Sporen, Gerte und laute Kommandos einsetzt.

Psychische Ursachen für faule Pferde

Die wohl häufigste Ursache für Triebigkeit ist schlichtweg Langeweile. Sehr häufig kann bei Schulpferden beobachtet werden, dass sie mit dem immerzu gleichen Tagesablauf ohne viel Abwechslung immer triebiger werden. Die Eintönigkeit im Alltag stumpft sie ab, sodass sie schließlich resignieren. Eine artgerechte Haltung mit genügend Bewegung, Sozialkontakten und einem abwechslungsreichen Wochenarbeitsplan erhält die Arbeitsfreude von Schulpferden. Aber auch dauerhaft überforderte Pferde können resignieren, wenn ständig mehr Leistung abgefragt wird, als das Pferd zu leisten vermag. In gewissem Maße kann über eine bedarfsgerechte Fütterung die zusätzlich benötigte Energie hinzugegeben werden. Dauerhaft muss aber das Arbeitspensum der Leistungsfähigkeit des jeweiligen Pferdes angepasst werden.

Physische Ursachen für faule Pferde

Schmerzt der Rücken, das Maul, die Beine oder die Hufe, dann kann sich dies in Triebigkeit äußern. Rückenleiden können durch falsches Reiten entstehen, eine Verletzung am Maulwinkel ist im Auslauf schnell passiert und diverse Erkrankungen der Beine heutzutage keine Seltenheit mehr. Mauke, Hufrehe, Arthrose, Chips in den Gelenken und viele mehr verursachen Schmerzen, die beim Pferd zur Vermeidung von Bewegung führen. Inwieweit diese Ursachen behoben werden können, muss ein Tierarzt abklären. Neben ernsthaften Erkrankungen können auch ein unpassender Sattel, ein zu scharfes Gebiss oder falsch verschnallte Hilfszügel zu Triebigkeit führen. Im frühen Stadium ist es dem Pferd lediglich unangenehm, später wird es immer triebiger und es treten Druck- und Scheuerstellen auf.

Ausbildungsfehler als Ursache

In der Ausbildung ist die häufigste Ursache für die Entwicklung von Triebigkeit grobes Reiten. Aber auch unklare Hilfen können dazu führen, dass ein Pferd die Motivation zur Mitarbeit verliert und in Resignation verfällt. Derselbe Effekt kann bei Überforderung, Anwendung von Zwang und Druck mit Sporen, Gerte und Hilfszügeln auftreten. Durch Einhaltung der klassischen Ausbildungsskala und gutem Gespür für das richtige Ausbildungstempo wird die Leistungsbereitschaft des jungen Pferdes besser erhalten.

Maßnahmen zur Verhaltenskorrektur

Das Grundprinzip bei triebigen Pferden, wo körperliche Ursachen ausgeschlossen werden konnten, ist feine und eindeutige Hilfengebung. Dies setzt einen unabhängigen Sitz und eine ruhige Reiterhand voraus. Zunächst gibt der Reiter eine feine Hilfe und lässt einen kurzen Moment verstreichen, sodass sein Pferd Gelegenheit hat, auf die Hilfe zu reagieren. Bleibt die richtige Reaktion aus, wird unmittelbar eine sehr viel deutlichere Hilfe gegeben, die genügend stark ist, um das Pferd in Bewegung zu versetzen, aber nicht unverhältnismäßig hart. Sobald die gewünschte Reaktion des Pferdes auf die fein gegebene Hilfe erfolgt, wird belohnt. Nach diesem Verfahren wird das Pferd wieder auf treibende Hilfen sensibilisiert. Das gleiche Verfahren kann für alle anderen Hilfen angewendet werden. Eine andere Möglichkeit ist es, das akustische Signal für die treibenden Hilfen bei der Bodenarbeitaufzufrischen. Anstatt beim Reiten ein Ausbleiben der gewünschten Reaktion mit sehr deutlicher Hilfengebung zu quittieren, kann die akustische Hilfe unterstützend gegeben werden, was bei vielen Pferden ebenfalls zielführend ist.

 

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