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Atemreduktion

Atemredutkion an einer Frau Beim gefährlichen Breathplay wird die Sauerstoffzufuhr vermindert.

In der BDSM-Szene spielt die sogenannte Atemkontrolle beim Sex eine Rolle. Ziel dabei ist es, dass der dominante Part dem devoten Part buchstäblich die Luftzufuhr abschnürt oder zumindest drosselt.

Inhaltsverzeichnis:

Was ist Atemreduktion?

Als Atemkontrolle, auch Asphyxiophilie oder Breathplay genannt, wird eine Fetisch-Spielart aus der BDSM-Szene bezeichnet. Der dominante Part unterbricht oder erschwert für einen kurzen Zeitraum die Atemzufuhr der devoten Person. Aufgrund der Gefahren, die daraus resultieren können, wird diese Praktik nicht von jeder Domina angeboten. Breathplay sollte auf keinen Fall einfach im Eifer des Gefechts ohne Sicherheitsmaßnahmen und ohne Erfahrung ausprobiert werden. Zu groß ist die Gefahr einer ungewollten Verletzung, die im schlimmsten Fall für lebenslange Folgen sorgen kann.

Was ist der Reiz an Atemreduktion?

Die Technik stammt aus der BDSM-Szene, in der Dominanz und Unterwerfung die Hauptrolle spielen. Mit der Atemreduktion kann der dominante Part seinem Gegenüber ein Maximum an Dominanz entgegenbringen. Er versetzt den anderen einerseits in Angst, andererseits aber in starke Erregung. Ein tiefes Vertrauen ist erforderlich, um das eigene Leben komplett in die Hände des anderen zu geben. 

Beim Breathplay werden oft andere Sexualtechniken des BDSM kombiniert, so beispielsweise Bondage. Das bedeutet, dass der devote Partner komplett gefesselt ist, sich nicht rühren kann und der Dom dann noch zur Reduktion des Atems greift. Für den devoten Part entsteht die Lust daraus sich dem Willen des Doms vollkommen hinzugeben und seine Lust von ihm abhängig zu machen.

Was passiert bei Asphyxiophilie im Körper?

Mann trägt ohnmächtige Frau Dem Sub kann bei der Atemreduktion ein Gefühl von Schwerelosigkeit überkommen.

Wenn die Luftzufuhr gedrosselt wird, erlebt der devote Part oft das Gefühl von Schwerelosigkeit. Alles wirkt leichter, ein bisschen verschwommen. Schuld daran ist der Sauerstoffmangel im Gehirn, der durch die eingeschränkte Atmung auftritt. Zugleich kommt es zu einem subjektiv empfundenen Gefühl von Beklemmungen, die das Gefühl der Unterwerfung massiv verstärkt.

Während der Sauerstoff im Gehirn abnimmt, nimmt das Kohlendioxid im Körper zu. Das wiederum hat zur Folge, dass vermehrt Adrenalin ausgeschüttet wird. Adrenalin hemmt das Schmerzgefühl und pusht den Körper zu Höchstleistungen. Das ist auch einer der Gründe, warum beim Breathplay irgendwann keine Angst mehr empfunden wird.

Sicherheitsvorkehrungen für Breathplay 

Um überhaupt an Atemreduktion zu denken, bedarf es einer gewissen Erfahrung seitens des dominanten Parts. Hierzu gehört vor allem das Wissen um die physiologischen Begebenheiten. Er sollte Ahnung von Anatomie haben und wissen wo Luft- und Speiseröhre entlanglaufen. Es gibt zahlreiche Gefahren, die drohen, wenn hier die Luft abgeschnürt wird.

Nicht außer Acht zu lassen ist außerdem die psychische Auswirkung, die die Drosselung der Atmung haben kann. Was in der Praxis erotisch klingt, kann in der Theorie schnell zu Panikattacken führen. Hier muss der Dom in der Lage sein die Anzeichen zu erkennen und das Spiel sofort unterbrechen.

Wichtig ist außerdem, dass für den Ernstfall jederzeit ein Telefon parat ist. Auch die Nummern des lokalen Notrufs sollten geläufig sein. Deutschlandweit ist dieser unter der Nummer 112 erreichbar. Eine Grundregel sollte niemals missachtet werden: Während der gesamten Atemreduktion darf der Bottom niemals allein gelassen werden. Masturbationsspiele mit gleichzeitigem Breathplay gelten als sehr gefährlich und es wird dringend davon abgeraten.

Welche Praktiken und Techniken gibt es bei Atemreduktion?

Breathplay mit einfachen Hilfsmitteln

Die Atmung kann jederzeit ohne Einsatz von Hilfsmitteln kontrolliert werden. Sobald Mund und Nase zugehalten werden, beginnt das Spiel. Häufig kommt es zum Einsatz von alltäglichen Gegenständen z.B. Plastiktüten. Doch auch mit einem feuchten Stück Stoff oder einem Fensterleder lässt sich die Atmung reduzieren, indem dieses in den Mund eingeführt und die Nase verschlossen wird.

Atemreduktion mittels BDSM-Spielzeug

Atemredutkion durch BDSM-Spielzeug BDSM-Toys bieten verschiedene Wege an, Atemreduktion durchzuführen.

Professionelle Dominas nutzen in der Regel passendes Equipment aus dem BDSM-Bedarf. So gibt es Latexmasken- und Gasmasken, die mit feuchten Tüchern präpariert die Atmung sogar komplett einschränken können. Darüber hinaus existieren Mundknebel, die je nach Bedarf aufgeblasen werden können. Je schneller die vollständige Blockierung der Atmung eingeleitet wird, umso eher reagiert der devote Part mit Angst und Panik. Stresshormone durchfließen den Körper im Eiltempo, sobald die Atmung wieder einsetzt, erfolgt ein tiefenentspanntes Gefühl.

Durch Hilfsmittel, wie eine Gasmaske mit einem Schlauch für die Atmung, kann der Bottom erschwert weiteratmen und der CO2 Gehalt im Blut steigt langsam an. Der entstehende Sauerstoffmangel wird nicht so stark wahrgenommen, die Panik setzt nicht unmittelbar ein. Bei der langsamen Atemreduktion wird darüber hinaus der Körper übersäuert, aufgrund der sich einstellenden, ganzkörperlichen Sauerstoffschuld. 

Atemreduktion plus Bewegungseinschränkungen

Eine weitere Variante der Atemreduktion ist die Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten. Der Bottom hat bei einer eingeschränkten Oberkörperbewegung keine oder nur wenige Möglichkeiten tief einzuatmen. Hierfür sind Brustbondagen oder Korsagen geeignet. Auch die Verwendung von Eigengewicht ist Gang und Gäbe. Der Top setzt sich beispielsweise auf die Brust des Bottom und reduziert so dessen Fähigkeit tief einzuatmen.

Abschnüren der Sauerstoffzufuhr durch Untertauchen

Zu den weiteren, eher seltener angewandten Methoden gehört Untertauchen. Hier ist allerdings die Gefahr gesundheitlicher Schäden besonders hoch, denn das Wasser kann in die Lunge eintreten und diese schädigen. Ebenso gesundheitlich riskant ist das bewusste Einatmen von Helium und Lachgas. Diese Gase drosseln den Sauerstoffgehalt im Blut und führen noch schneller zum gewünschten Effekt. Das Risiko von Folgeschäden ist jedoch sehr hoch.

Welche Risiken gibt es und wer sollte auf Atemreduktion verzichten?

Mann hat Herzinfarkt Menschen mit schwachem Herzen sollten kein Breathplay praktizieren.

Nicht geeignet für Menschen mit Bluthochdruck oder Herzleiden

Es gibt diverse Folgeschäden, die sich durch Breathplay einstellen können. Ausgelöst werden sie fast immer durch den Sauerstoffmangel, der durch die mangelnde Luftzufuhr einsetzt. Wenn das Herz unterversorgt wird, entstehen Extrasystolen. Das sind zusätzliche Herzschläge, die im Körper sogar registriert werden können. Es ist daher wichtig, dass Personen mit Bluthochdruck oder bekannten Herzleiden auf jeden Fall auf Atemreduktion verzichten. Alternativ hierzu ist es möglich lediglich einen Sauerstoffmangel im Gehirn zu erzeugen, nicht aber im Körper.

Nichts für Menschen mit erhöhtem Risiko für einen Schlaganfall

Der Sauerstoffmangel im Gehirn sorgt für euphorische Gefühle, bessere Orgasmen und ein allgemeines Hochgefühl. Wird hingegen die Sauerstoffzufuhr vollkommen unterbunden, durch ein vollständiges Abdrücken der Arterien, tritt schon nach zehn Sekunden die Ohnmacht ein. Nach gerade einmal drei Minuten entstehen nicht zu reparierende Hirnschäden. Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen Schlaganfall dürfen keinesfalls mit Atemreduktion experimentieren.

Verletzungen durch Strangulation

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Vor allem bei der Strangulation besteht die Gefahr, dass der Kehlkopf verletzt wird. Das Zungenbein kann brechen, es kann zu Hämatomen und starken Schwellungen kommen, die die Stimmbandfunktion beeinträchtigen. Auch wenn es bei normalen BDSM-Spielen nur selten zu solch schwerwiegenden Problemen kommt, sollte vor allem beim Umgang mit Hilfsmittel Vorsicht walten.

Welches rechtliche Risiko geht der Dom ein?

Es gibt derzeit keine allgemeingültige, rechtliche Regelung. Die meisten Gerichte sehen es als gegeben an, dass ein devoter Mensch in der Lage ist, seine Zustimmung zu gefährdenden Praktiken zu geben. Für den Dom ergibt sich daraus Nichtstrafbarkeit. Ist das Verhalten des Doms jedoch sittenwidrig und wird als solches eingestuft, kann eine Strafbarkeit vorliegen. Immer strafbar macht sich der Dom dann, wenn der Bottom:

  • nicht geschäftsfähig ist,
  • psychische Störungen hat und daher nicht klar seinen Willen äußern kann,
  • suizidgefährdet ist.

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